Hase Das Camp Hase

Sommer 2010 Nachrichten


Nun bei NHK die Nachricht des Tages: „Guten Tag meine Damen und Herren, einen besonderen Gruß auch an euch Kinder, denn der japanische Staat lädt alle Jugendlichen, zwischen 12 und 16 Jahren, aus allen Regionen Japans, zu einem Sommercamp ein, welches Mitte Juni beginnt. Bisher ist bereits Platz für 200 Kinder vorbereitet, also bewerbt euch am besten heute noch.“

Kai


Ich lehnte an einem Baum und wartete dass die Kinder endlich im Camp ankamen. Vor ein paar Wochen, lief in ganz Japan der Bericht, über dieses Camp. Welches wir geplant hatten, um uns vier Jugendliche raus zu picken, die uns, nun da der Jahresengel entführt wurde, zur Seite stehen und uns unterstützen würden. Ich wurde langsam ungeduldig, da es schon viel zu lange dauerte. Kana, meine Trainerin, gesellte sich zu mir und sprach mich an. „Wieso so ungeduldig Kai?“

„Ich will endlich wissen wer zu mir gehören wird“ antwortete ich und schmunzelte dann ein wenig. „Am liebsten wäre mir ja ein Mädchen.“ „Typisch du, aber vergiss bitte nicht, sie könnte zwölf sein.“ meinte Kana und grinste. „Erstens könnte sie auch älter sein, immerhin ist das maximale Alter sechzehn. Zweitens, mach dir darum mal keine Sorgen, darauf stehe ich nicht. Aber ein paar Jahre später, da könnte das ja was anderes sein.“ Konterte ich auf ihre Aussage.

„Naja, solange du sie zu nichts zwingst, ist ja alles okay.“ „Kana, du müsstest mich eigentlich lang genug kennen, um zu wissen, wie ich mit Frauen umgehe. Klar sind sie wie Spielzeuge für mich, aber trotzdem respektiere ich sie immer noch.“ meinte ich und verschränkte meine Arme. „Ich höre ja schon auf dich zu belehren, auch wenn ich dir nur zu einer festen Beziehung verhelfen- Oh, ich höre da hinten was.“ meinte sie und stieß sich vom Baum, an dem sie gelehnt hatte.

„Dann wollen wir die kleinen mal begrüßen.“ grinste sie mich an und lief los. Neugierig folgte ich ihr und sah nun die anderen zwei Zeitengel, Enya und Nami, die sich aufgeregt miteinander unterhielten. Darunter bemerkte ich auch Nerio und ich warf ihm ein charmantes Lächeln zu, was er jedoch ignorierte. „Wie immer Eiskalt. Hach, das liebe ich an ihm.“ seufzte ich und machte mich mit den vier Trainern und den restlichen Zeitengel auf, um die Kinder zu Begrüßen.
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Mei


Aufgeregt saß ich in dem Bus und wartete die restlichen Minuten, bis die Busfahrt endlich vorbei war und wir im Camp ankamen. Ich hatte mich auf diesen Tag so gefreut, weil ich endlich aus dem Waisenheim rauskam. Wieso ich in einem Waisenhaus lebe? Meine Mama ist leider gestorben als ich 5 Jahre alt war und mein Daddy hat mich dann ein Jahr später verlassen weil er mit mir einfach überfordert war. Ich seufzte, als ich daran zurück dachte und schaute aus dem Fenster. „Wir sind in wenigen Minuten da, ich hoffe ihr werdet hier viel Spaß haben und mal eine schöne Abwechslung erleben. Wir kommen hier als erstes an, hinter uns folgen noch weitere Busse, das heißt es werden auch viele andere Kinder auf euch treffen und wir würden uns freuen wenn ihr mit Ihnen ebenso Gruppen bildet, damit ihr auch andere kennenlernt. Immerhin soll euch dieses Camp auch lehren einen Umgang mit anderen Kindern zu pflegen.“

Erklärte unsere Waisenheimleiterin, in lauten Ton. Ich freute mich von Minute zu Minute mehr und dachte über so viele Dinge nach. Vielleicht finde ich meine erste allerbeste Freundin und dann kann ich so vieles mit ihr machen. Fangen spielen, Verstecken und bestimmt noch so vieles mehr! träumte ich in Gedanken vor mich hin, bis der Bus dann zum Stillstand kam und ich mich schon aufrichtete, um los zu laufen. „Bitte kein Gedrängel und schön in einer Reihe laufen, soll ja keine Unfälle geben.“ rief die Leiterin, nachdem die Bustür geöffnet wurde und die vorderen Reihen sich langsam im Mittelgang, des Busses, in einer Reihe stellten, um nach und nach austeigen zu können. Ich Gesellte mich der Reihe zu und war ziemlich aufgeregt, was mich dort erwarten würde.

Feuerlager, Singen, Barbecue, Eintopf, Zelte gemeinsam aufbauen. Dies alles spielte sich schon sehr häufig in meinen Gedanken ab, da ich dies immer mit meinen Eltern machen wollte, was mir allerdings leider nie gewährt wurde. Ich verzog kurz meine Mundwinkel, dachte aber schnell wieder an etwas Positives, bevor die Trauer an meine Mama und der Hass an meinen Vater aufsteigen konnte. und ich grinste wieder, wie ein Honigkuchen Pferd. Langsam fing ich, wie sonst auch immer, fröhlich an zu hopsen und vergaß total, dass wir in einer engen Reihe standen. Ich traf ausversehen jemand anderen unsanft am Bein, verlor das Gleichgewicht und flog langsam auf die anderen zu.

„Mei, nicht was machst du denn da, dass-“ schrie die Leiterin, doch war es zu spät und sie hielt ihre Hände vors Gesicht um sich das Dominospektakel nicht ansehen zu müssen. „…Ehehe, tut mir Leid…“ meinte ich kleinlaut, nachdem fast alle meine Mitbewohner den Boden küssten. „MEI!“ riefen fast alle säuerlich, die auf den Boden lagen. „Ich hab mich doch entschuldigt…“ erklärte ich mich weiter und stand auf, um dann auch gleich den anderen auf zu helfen. Doch meine Hilfe wurde nicht in Anspruch genommen, da sie sich untereinander selbst aufhalfen und dann weiter, nach und nach, raus trappten. Ich folgte ihnen, nun jedoch auf Abstand und mit Vorsicht bis ich endlich auch draußen ankam.

„Haaa, was für eine herrliche Luft!“ meinte ich und streckte meine Arme aus, um mich zu strecken. „Mei Inori! Komm, wir müssen die Organisatoren begrüßen.“ rief die Leiterin und ich machte mich sofort zur Gruppe auf, die vor 4 Erwachsenen und 4 relativ jungen Menschen stehen blieb. „Sehen ganz schön jung aus, zwischen 16 und 18?“ dachte ich und beäugte dann besonders das Mädchen, mit den langen Kastanienfarbenen Haaren. Wow, so hübsch wie eine Prinzessin… schwärmte ich in Gedanken. Nun wanderte mein Blick zu der schwarz Haarigen, mit den besonders grünen Augen. Wow, die ist aber auch sehr hübsch... Nun fiel mein Blick auf einen jungen Mann mit grauem Haar. Ja wirklich, graues Haar.

Obwohl diese Haarfarbe mehr älteren steht und bei ihnen typischer ist, sieht er cool aus, wow schwärmte ich erneut vor mich hin. Als ich den letzten der jüngeren Organisatoren betrachtete, spürte ich wie meine Nervosität langsam von mir abfiel, denn seine eisblauen Haaren und dunklen Augen hatten eine angenehm beruhigende Wirkung auf mich. Sie wirken alle mysteriös aber diese 4 besonders, ach was nur Einbildung. endete ich mit meiner Analyse und hörte nun endlich zu. Einer der 4 Erwachsenen, ein Mann mit silbernem Haar, hatte schon seit einiger Zeit etwas erklärt. Er war wohl der Hauptleiter, so benahm er sich jedenfalls.

„So ich denke, das meiste habe ich erklärt. Ihr zieht jetzt, aus diesen Boxen, jeder einen Zettel und es wird sofort aufgeschrieben, sodass niemand tauschen oder schummeln kann.“ Ein genervtes Brummen ging durch die Reihen. Ich war total verwirrt, natürlich, ich hatte ja auch bis eben nicht zugehört. Ich beugte mich nach vorne und tippte eines der Mädchen vor mir an. „Suki-chan, uhm, ich habe gerade nicht wirklich aufgepasst. Was hat er alles erzählt und was hat es mit den Zetteln auf sich?“ fragte ich im Flüsterton.

Suki seufzte genervt. „Kannst du eigentlich irgendwas, Mei?“ „Ganz sicher und ich werde hier bestimmt etwas finden!“ lächelte ich. Suki schüttelte den Kopf. „Er hat uns hier begrüßt, erklärt was wir alles so vornehmen werden, wie Kochen, Mut Prüfungen und was weiß ich. Wir werden aber, über jedes einzelne Event, nochmal genau Informiert. Dann hat er über die Bungalows geredet, in denen wir per Zettel zugeteilt werden und somit werden auch die Gruppen gemischt, was ja das Ziel dieses Camps ist. Und ja, ich denke das war’s.“ erklärte sie mir leise, mit dem Rücken zugewandt und beobachtete wie die anderen, vor Ihr, Zettel zogen und diesen dann einer blauhaarigen Frau zeigten, die sich die Namen für den jeweiligen Bungalow notierte.

„Hoffentlich komme ich mit Hikaru in einen gemeinsamen Bungalow.“ Hörte ich Suki flüstern. „Oh, und stell dir vor ich wäre auch bei euch, das wäre doch voll schön“ schwärmte ich und fasste sie bei der Hand. „Schön? Das wäre das perfekte Chaos.“ meinte sie sarkastisch und mir ihre Hand. „Ohjaaa, Chaos klingt lustig! Ich sag ja, das wäre schön.“ Suki antwortete mir nicht mehr, ich wusste zwar nicht warum, aber darum kümmerte ich mich nicht mehr, denn wieder fiel mein Blick auf die Kastanienprinzessin. Wie sie wohl heißt? Bestimmt Hime! Das würde zu ihr passen, ja! dachte ich mir, während ich immer weiter aufrückte, um irgendwann selbst einen Zettel, aus den Boxen, ziehen zu können.

Nach wenigen Minuten war ich dran und wühlte mit meiner Hand in der roten Box, für die Mädchen, die mir eine Frau mit lilafarbenem Haar hinhielt. War es wirklich eine Frau? Während ich weiter in der Box wühlte, sah ich mir ihr Gesicht genauer an und fragte mich mehr und mehr, ob es nun wirklich eine Frau war. „Ehm, tut mir leid, aber so langsam könntest du dir mal einen Zettel aussuchen.“ hörte ich eine sanfte, weibliche Stimme, aus dem Mund dieses Gesichts sagen. Eine Frau also. „Oh, ja! Tut mir Leid.“ Meinte ich hastig und zog einen Zettel. Während ich den Zettel öffnete und las, bewegte ich mich langsam nach links, zur blauhaarigen Frau, die die Namen aufschrieb. „Name, Zahl und Buchstabe bitte.“ Sprach sie ruhig und lächelte mich ein wenig an.

„Ehm, Mei Fujami, 4-H.“ antwortete ich und zeigte ihr meinen Zettel, zum Beweis. Sie sah auf und nickte. „Danke, hier der Lageplan für deinen Bungalow.“ Sie reichte mir einen Zettel, den ich nahm und mir ansah. „Hol dein Gepäck vom Bus und ruh dich dann im Bungalow ein klein wenig aus, bis alle Teilnehmer da sind. Das wird noch ein wenig dauern. Wenn du Hunger haben solltest, der Kühlschrank wurde schon aufgefüllt. Wir sehen uns.“ Erklärte sie mir lächelnd und nahm sich dem nächsten Kind an, welches eingetragen werden wollte. Ich schlenderte zurück zum Bus, wobei ich mich nach Suki umsah, konnte sie allerdings leider nicht finden.

„Wohl schon in ihrem Bungalow.“ Redete ich mit mir selbst und suchte nun, da ich beim Bus angekommen war, im Kofferraum nach meiner kleinen Tasche, die ich schnell fand, da sie quietsche bunt war. Mit meiner Tasche machte ich mich, nun mit Hilfe des Lageplans, auf den Weg zum Bungalow. Welchen ich, unglaublicher Weise, schnell gefunden hatte. Normalerweise finde ich mich nirgendwo zurecht, aber weil das Camp so gut ausgeschildert und die Karte so einfach zu lesen war, hatte ich diesmal keine Probleme. Bild1 Vor der Tür angekommen, klopfte ich. Da ich keine Antwort bekam, ging ich einfach rein und bemerkte, dass ich wohl die erste war, die diesen Bungalow zugeordnet bekommen hatte. Ich sah mich um und staunte nicht schlecht. Für mich, die ich 6 Jahre lang nur kahle Wände, kleine Zimmer und nicht mal ein ordentliches Sofa kannte, war dieses kleine Haus der wahre Luxus. „Vielen Dank, dass ich hier sein darf!“ rief ich ein bisschen laut und lies mich, nachdem ich den Koffer abgestellt hatte, auf das lange Sofa fallen, welches mich sanft auffing. Ich kicherte und fühlte mich, seit langem, mal wieder richtig glücklich.
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Yuuka


Wütend saß ich, mit meinen Großeltern, an einem großen Busbahnhof von Tokyo und wartete die restlichen Minuten ab, bis der Bus kam, der mich hier abholen würde. Ich fuhr zu diesem beschissenem Camp, wo meinen Großeltern mich einfach angemeldet hatten, obwohl ich diesem Mist nie zugestimmt hatte. Wieso ich bei meinen Großeltern bin, ist auch leicht zu erklären. Meine Eltern leben für Ihre scheiß Arbeit. Statt das Sie sich um mich kümmern, wieso sollten sie auch, für sie bin ich ja nur ein Klotz am Bein, haben sie mich einfach zu meinen Großeltern geschickt und die wollen mich nun, natürlich auch, los werden. Nein, stopp. dachte ich. Darüber denke ich nicht weiter nach und noch war ich ja nicht im Camp, vielleicht ist es doch nicht so schlecht.

Dachte ich weiter und trank aus meiner Wasserflasche die ich von meiner Oma mitbekommen hatte. Ich schaute auf, als ich den Motor eines Busses hörte und stöhnte. „Gott nein ist der voll, darauf hab ich doch kein Bock. Ich will einen Einzel Platz und mich nicht mit jemand anderen zusammen quetschen müssen.“ Schnaubte ich. „Aber Yuuka, das ist doch völlig normal bei Reisebussen, jetzt stell dich bitte nicht so an und freu dich doch mal, dass du woanders hinkommen kannst und eventuell neue Leute kennenlernst. Bisher warst du doch nur Zuhause, auf den Feldern oder bei uns.“ Meinte mein Opa etwas tadelnd. Ich schnappte mir, ohne zu antworten, meinen Koffer und lief den langsam fahrenden Bus entgegen, der nun bremste.

Der Busfahrer stieg aus und nahm mir meinen Koffer mit einem freundlichen Lächeln aus der Hand. „Huānyíng.“ Hieß er mich, auf Chinesich, Willkommen. „Vielen Dank, aber Japanisch geht auch. Nur weil ich aus China komme, heißt es noch lange nicht, dass ich kein Japanisch kann. Meine Güte!“ meinte ich genervt, überließ ihm meinen Koffer und stieg schon mal ein. Den Blick des Busfahrers konnte ich mir nur allzu gut vorstellen, ebenso die Entschuldigung von meiner Oma, für mein Benehmen, aber es war mir egal. Als ich mich im Bus nach einem freien Platz umsah, stach mir leider nur einer ins Blickfeld.

Tze schnaubte ich innerlich und bewegte mich auf ihn zu. Mein Sitznachbar, der über seine rot orangenen Haare eine Cappy trug, sah nicht mal auf, als ich mich neben ihn setzte. Was versteckt der sein Gesicht so? Vermutlich ist sein Gesicht mit so vielen Pickeln übersäht, dass er sich so hinter seine Kappe versteckt. Dachte ich und sah mich weiter um. Ich runzelte die Stirn, denn alle schauten mich blöd an. „Ist etwas?“ fragte ich genervt doch alle drehten ihre Köpfe weg. „Uhm, sie denken sich nur alle das gleiche, du bist halt ganz schön unverschämt und frech. Dabei ist der Busfahrer ja sehr nett gewesen.“ Meinte der Junge neben mir und schaute mich nun mit seinen strahlend blauen Augen an.

Ups, da hab ich mich wohl geirrt. So hässlich ist er doch nicht… überlegte ich erneut. Ich schüttelte den Kopf. „Was geht dich das an, wie ich mit anderen umgehe?“ „Hmm, zwar nicht viel, aber du weißt schon, dass dieses Camp dafür da ist, um den Umgang mit seinen Mitmenschen und den Zusammenhalt in einer Gruppe zu stärken, oder?“ fragte er mich. „Um es mal klar zustellen. Ich wollte nicht hier her! Also zerreiß dir über jemand anderes dein Maul!“ konterte ich noch einmal und steckte dann meine Kopfhörer in die Ohren, um Musik zu hören und alles andere um mich herum auszublenden. Innerlich tobte ich. Was erlaubt sich dieser kleine feuerhaarige Rotzlöffel eigentlich? Gah, wie ich so etwas nicht leiden kann. Es ist meine Sache. Und es sollte eigentlich auch meine Sache bleiben, ob ich bei so ‘nem Shit Camp mitmache. Und nein, ich wusste nicht worum es hauptsächlich bei diesem Mist ging! Aber dank der Auskunft, hab ich umso weniger Bock drauf. Scheiß Leben!

Ich hörte die eine Stunde lang ca. Musik, bis ich endlich aus diesem stickigen Bus, der nicht mal eine Klimaanlage bot, raus konnte. „Endlich da“ meinte ich eher zu mir selbst. „Wieso bleibst du nicht einfach im Bus und fährst zurück zu Mama und Papa?“ meinte der Typ, neben dem ich saß. Meine Augen verengten sich vor Wut und ich sah ihn an. „Was zur Hölle, ist eigentlich dein Problem?! Hab ich dir persönlich was getan, oder warum hast du es so auf mich abgesehen?!“ fragte ich ihn wütend und baute mich vor ihm auf. So klein wie ich war, sah es sicherlich lächerlich aus, zumal er nun, da er nicht mehr saß, sehr viel größer war als ich gedacht hatte.

Ich stemmte meine Arme in die Hüfte und stand weiterhin mutig vor ihm. Er musste prusten. „Soll das dein Ernst sein? Du machst dich gerade ziemlich lächerlich, merkst du das? Und wieso ich dich ins Visier nehme ist ja klar, du fällst sehr stark unter den anderen auf und damit mein ich nicht positiv, sondern negativ. Ändere mal dein Charakter, so wirst du keine Freunde finden.“ Meinte er und dreht mir die Schulter zu, um den anderen zu folgen, die sich vor acht Erwachsenen versammelt hatten. „Grr, den mag ich schon mal nicht!“ meinte ich, folgte ihm aber. Mein Blick schweifte von diesem Typen ab, rüber zu der achtköpfigen Gruppe.

„Sollen das unsere Leiter fürs Camp sein? Die Hälfte ist ja noch nicht mal Erwachsen…“ meinte ich und beäugte die zwei jüngeren Mädchen, gefolgt von den jungen Typen, der eine von ihnen, ein Eisblauhaariger, interessante Haarfarbe, schien doch etwas älter zu sein, vielleicht zwanzig? Mein Blick blieb nun allerdings am letzten, und etwas jünger aussehenden, Typen hängen. Ich staunte. Wow, der hat was... Dachte ich und konnte meinen Blick nicht abwenden, bis sich unsere Blicke trafen und er mir zuzwinkerte. Ich saugte die Luft ein. Oh mein Gott, ist der süüü-- Nein ist er nicht!

Bevor ich auch nur Ansatzweise in Schwärmerei gelangen konnte, die sich nach außen hin zeigen würde, drehte ich abrupt mein Gesicht von ihm weg und schaute zu den 4 Erwachsenen. Sowas zieht bei mir nicht. Nicht Ansatzweise. Angestrengt hielt ich mein Blick auf den wohl Ältesten der 4 Erwachsenen. „Hallo alle miteinander. Mein Name ist Chihei. Ich bin der Leiter dieses Camps. Dann gibt es noch Helfer in meinem Team die, ich nun kurz Vorstellen werde und somit auch gleich den weiteren Verlauf verständlich mache.“ Erklärte er und zeigte zu seiner rechten, wo eine Dame stand, mit der Haarfarbe von blühendem Lavendel. Sie lächelte uns munter an und winkte.

„Hiko wird euch gleich zwei Box hinhalten, die jeweils Zettel beinhalten. Die blaue Box für die Jungs und die rote Box für die Mädchen. Auf den Zetteln werden jeweils eine Zahl und ein Buchstabe drauf stehen. Mit diesem Zettel wendet ihr euch dann als nächstes an Kana. Sie wird euch sagen, zu welchem Bungalow ihr zugeteilt werdet.“ Er zeigte auf eine Blauhaarige, die ihm zur linken stand und sie verneigte sich lächelnd vor uns. „Dann wäre da noch Siara.“ Chiheis Finger zeigte auf die letzte, rothaarige, erwachsene Dame, die sehr still und verschlossen wirkte. Sie nickte nur kurz mit dem Kopf und verharrte dann wieder in ihrer starren Position, als wäre sie eine Skulptur.

Komische Leute hier… dachte ich und mein Blick schweifte zu den restlichen vier, die nun auch kurz mit Namen vorgestellt wurden. „Die junge Dame mit den schwarzen Haaren ist Enya O’Shea, daneben mit den Kastanienbraunen Haaren ist Nami Toshiko. Kai Elyan ist der Jungspund mit dem grauen Haar und zum Schluss wäre da noch Nerio Xenos mit den eisblauen Haaren. Ja….“ Er erzählte nun kurz und knapp weiter, was uns hier erwarten würde, doch mein Blick nagelte sich wieder an dem jungen Mann fest. Kai ist also sein Name-- Argh, nein Yuuka! Ich schaltete die Gedanken an Kai ab und meine Ohren fanden wieder Chiheis Stimme. „So, ich wünsche euch hier einen schönen Aufenthalt und viel Spaß!“ endete er und gab Hiko das OK für die Zettelboxen. Und schon ging das Gedrängel los.

Mein Gott, hier geht es doch nicht um Leben und Tod. Plätze werden so oder so per Zufall weitergegeben. Da ich auf diesen Mist kein Bock hatte, setzte ich mich auf eine Bank und wartete bis sich das Gedrängel irgendwann auflösen würde, um dann selbst einen Zettel zu ziehen. „Na wenigstens hältst du dich zurück. Hätte gedacht du würdest dich vordrängeln.“ Der Typ, der schon im Bus neben mir gesessen hatte, setzte sich auf die zweite Bank die frei war. „Oh, nicht du schon wieder, nerv jemand anderen du Idiot.“ „Wirklich nerven will ich dich ja nicht, will dir eigentlich nur klar machen, dass mit deiner Art nicht immer alles funktionieren wird. Und mein Name ist nicht Idiot, sondern Ray.“ meinte er. „Bla bla bla! Schön für dich Ray!“ ich hörte nicht weiter hin und sah mir die Umgebung an. Bild2 Hübsch sieht es hier wenigstens aus. Nicht so trostlos wie auf der Farm, naja trostlos war es wohl nur deshalb, weil ich immer allein war. Bevor ich weiter in meinen Gedanken rumwühlen konnte, richtete ich meinen Blick nun, nicht mehr auf ein wildes Getümmel, sondern auf eine ruhig anstehende Schlange, die von Mal zu Mal kürzer wurde. Ebenso bemerkte ich, dass auch Ray nun in der Schlange wartete. Ich stand auf und stellte mich nun ebenfalls an, bis ich dann endlich dran kam und aus der Roten Box einen Zettel zog. 1-H, hmm… ich lief zu Kana und legte ihr den Zettel vor. „Hallo! 1-H also. Dann fehlt nur noch der Name.“ Meinte sie und lächelte mich an. „Yuuka Ibuki„ antwortete ich. „Gut, hier ist dein Lageplan, der dich zu deinem Bungalow führt. Hol deinen Koffer einfach beim Bus ab und mach es dir, in deinem kurzeitigen neuen Zuhause, gemütlich.“ Ich nickte nur und nahm den Zettel entgegen. Ich kehrte nochmal kurz zum Bus zurück, holte meinen Koffer aus dem großen Gepäckfach und machte mich dann auf den Weg zu meinem Bungalow.

Wenigstens gut ausgeschildert, wenn ich schon selbst das Gepäck rumschleppen muss. Ich seufzte und ging den richtigen Weg entlang, bis ich vor meinem Bungalow stand. Ich trat ein und schloss die Tür hinter mir. „Endlich Ruhe!“ rief ich etwas lauter. „Juhu!!! Endlich jemand neues hier!!! Ich dachte schon ich wäre hier allein. Das wäre gruselig und einsam. Aber zum Glück bist du nun da! Wie heißt du? Mein Name ist Mei und ich bin total glücklich hier zu sein und neue Freunde kennen zu lernen!“ schrie nun ein kleines Gör, wie ein Wasserfall rum und schüttelte mir die Hand. Ich stand, die erste paar Sekunden, nur verdattert da. „Hallo, hab ich dich erschreckt?! Das wollt ich nicht.

Ich bin nur immer so aufgeregt wenn ich neue Menschen kennen lerne. Dazu jetzt dieses Camp, du musst wissen ich bin in einem Waisenheim aufgewachsen und—“ erzählte sie weiter doch unterbrach ich sie nun. „Oh mein Gott, sag mir nicht ich muss mir dieses Haus mit anderen teilen. Davon, hat mir keiner was erzählt!“ „Uhm, aber das ist doch eigentlich klar, die Zahl ist für die Person und der Buchstabe fürs jeweilige Bungalow. Ich hatte übrigens die 4-H!“ erzählte sie munter weiter und grinste mich, wie ein Honigkuchen Pferd, an. „VIER?! Das heißt es könnten hier noch 2 oder mehr auftauchen?“ bemerkte ich schockiert. „Nein ich denke es bleibt bei 4 Personen. Hab mich hier schon ein wenig umgeschaut und nur 2 Zimmer mit jeweils 2 Betten gesehen.

Wollen wir zusammen in ein Zimmer? Das wird sicher lustig!! Und wie heißt du denn nun?!“ „Argh, mein Name ist Yuuka und nun sei endlich bitte für ein paar Minuten still!! Du nervst!“ meinte ich und setzte mich erschöpft aufs Sofa. „Uhm, gomenasai, ich werde mich bemühen still zu sein.“ Sie setzte sich mit etwas Abstand neben mich und blieb wirklich still. Das wird ja noch ein tolles Abenteuer hier. Ein Idiot der mir Vorschriften macht und denkt er wüsste über mein Leben Bescheid. Ein kleines Plappermaul was nervt, aber wohl wenigstens hört. Ein Camp welches dafür da ist, den Gruppen Zusammenhalt zu stärken. Was könnte es noch schöneres geben?! Noch war das ganze alles harmlos, aber ich konnte ja nicht wissen, was mich hier bald alles erwarten würde.
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Takaya


Ich saß schon längst im Bus und war total aufgeregt auf das, was mich beim Camp erwarten würde. Als ich noch Zuhause war und gerade von der Schule kam, lief über dieses Camp, wo ich gerade hinfuhr, ein Nachrichten Bericht. Ich fand es sehr interessant und dachte mir, dass ich hier sicher viele Abenteuer erleben würde. Besonders, da ich schon immer mal in ein Camp wollte. Ich malte mir vieles aus, wie es dort sein würde und wurde langsam immer hibbeliger, weil die Fahrt solange dauerte. Wie wohl die anderen hier so sind? Und bestimmt sind hübsche Mädchen dabei… dachte ich und sah mich im Bus um.

Viele hier wirkten nicht gerade entspannt, oder freudig, eher sogar wütend, dass sie wohl in diesem Bus saßen. Der Junge neben mir, namens Keisuke, wirkte besonders verängstigt. Das lag wohl daran, dass er viel geärgert wurde und sich mit den Wenigsten verstand. „Jetzt komm schon Keisuke, so schlimm wird das schon nicht werden. Erstens werden da nicht nur Kameraden unserer Schule sein, sondern auch Jungs und Mädchen aus anderen Schulen, oder Orten.

Und das Beste, ich bin doch hier bei dir!“ meinte ich ermutigend. „Meinst du? Wir werden doch auch getrennt und sicher werden wir in zwei unterschiedlichen Bungalows eingeteilt.“ konterte Keisuke. „Ach das wird schon, ich krieg das auf alle Fälle hin, dass wir beide in eines kommen.“ Meinte ich zurück und grinste ihm siegessicher entgegen. „Wirklich?! Ich mag die anderen alle nicht weil, sie mich ärger, du bist der einzige mit dem ich klar komme und der mit mir in einer Klasse geht.

Das wäre so toll, wenn ich dann wenigstens einen kenne!“ meinte er und strahlte Takaya an. „Ich, Takaya, kriege das hin! Ich manipuliere einfach die Auswahl, wie auch immer die am Ende funktionieren wird!“ erklärte ich sicher und ballte die Hand zur Faust. „Takaya, ich bewundere dich! Du bist immer so toll und kühn!“ meinte Keisuke und seine Augen funkelten vor Begeisterung. Ich wollte schon weiter prahlen, doch der Bus hielt nun endlich. „Na endlich sind wir da. Na komm Keisuke, schauen wir uns um“ meinte ich und stieg mit ihm, da wir ganz vorne saßen, als erstes aus. „Wow, Ganz schön groß und wäldlich hier.“ Meinte ich. „Natürlich wäldlich, ich finde das gehört sich so bei einem Camp, oder nicht?“ fragte mich Keisuke.

„Oh ja, gut, so kennt man es ja eigentlich. Bin trotzdem die Großstadt gewohnt, da kennt man sowas nicht. “Meinte ich und ging mit ihm, wie auch die Gruppen vor uns, nach vorne zu der achtköpfigen Gruppe, die auf uns zu warten schien. „Hallo auch! Wie läuft das hier so ab?!“ fragte ich ganz trocken den größten in der Gruppe, der mich prompt zurecht weisen musste.

„Erstmal wäre es für deine Manieren besser, wenn du dich normal vorstellen und nicht solche Fragen stellen solltest. Punkt zwei, warum du solche Fragen nicht stellen solltest, liegt daran, dass ich gleich alles erklären werde. Also lern Geduld zu haben.“ meinte dieser und wartete bis sich alle anderen dazu gesellt hatten. Oh mein Gott, der kann ruhig ‘n wenig chillen. dachte ich und verschränkte trotzig die Arme. „So, wie ich sehe, sind nun alle da. Mein Name ist Chihei. Ich freu mich euch alle hier begrüßen zu dürfen.“ Er verneigte sich vor uns und führte die Rede fort in der er Fragen zum Aufenthalt und zum heutigen Tag beantwortet.

Ah okay, so funktioniert die Auswahl also. Hmm, wird schwer mich mit Keisuke in ein Zimmer zu bekommen. Da ich, gleich nach dem Zettelziehen, zu dieser Dame namens Kana muss, muss ich zwischen der Zettelziehung und der Anmeldung irgendwie Schummeln, aber wie? Die Chance, dass der direkt hinter mir, den gleiche Bungalow Buchstaben zieht wie Keisuke, ist so gering, dass ich vielleicht tauschen könnte. Aber ich habe es doch Keisuke versprochen! dachte ich und wühlte mir, nun schon etwas nervös, durchs Haar. Ich sah Keisuke vor mir an, der wartete, dass er mit Ziehen dran war, da sich ein paar vorgedrängelt hatten.

Argh, wenn ich ihn enttäusche ist der Arme ganz allein. Wo hab ich mich nur wieder rein geritten?! dachte ich und struppelte mir immer mehr durchs Haar, das nun ganz zerzaust war. „Takaya? Alles okay?“ fragte Keisuke und schaute mich verdutzt an. Ich stoppte in meiner Bewegung und sah ihn einige Sekunden starr an. Dann fing ich an zu lachen. „Haha, alles okay Keisuke. Machst du dir etwa Sorgen, dass ich das nicht hinkriege? Keine Sorge alles Paletti, hab schon ‘ne Idee!“ meinte ich und klopfte ihm heftig auf den Rücken, während ich weiter nachdachte. Argh, nein verdammt, ich hab keine Idee!!! Was mach ich jetzt?!

„Aua, Takaya, ist ja gut, ich hab‘s verstanden.“ Meinte er und musste, dank meiner Schläge, auf den Rücken, etwas husten. „Haha, ja dann, dann ist ja alles gut!“ meinte ich. Nichts ist gut!!!! Eine Idee! Eine Idee! Vielleicht einfach mit denen dort reden, dass mir der Kleine leidtut? Oder auf den Zettel schnell was anderes hin kritzeln? Genau!!! Ich kritzle einfach schnell was auf den Zettel und wenn die sich am Ende wunder, dass in unserem Bungalow einer zu viel sein sollte, erklär ich das halt einfach, die müssen ja Verständnis haben. dachte ich zu Ende und kam nun endlich zur Ruhe, da mir dieser Plan gefiel. Ich tippte Keisuke auf die Schulter und flüsterte ihm zu, dass er gleich drauf achten soll langsam zum Registerstand zu laufen und dabei unauffällig den Zettel hochzuhalten, damit ich den Buchstaben sehen kann.

Er nickte und der Plan konnte losgehen, denn nun war er auch mit ziehen dran. Ich konzentrierte mich darauf, mich von niemand ablenken zu lassen und nur auf den, gleich erscheinenden, Zettel zu schauen. Auch hielt ich den Stift, den ich für alle Fälle immer in meiner Hosentasche aufbewahrte, fest in meiner Hand, um gleich den Buchstaben zu fälschen. Keisuke streckte die Hand in der blauen Box aus und griff nach einem Zettel, den er dann raus nahm. Er lugte ganz kurz unsicher zu mir nach hinten und ging dann zur Anmeldung fürs Bungalow. Während er sich mit langsamen Schritten auf den Weg machte, öffnete er über seinen Kopf den Zettel und las die Zahl und den Buchstaben. Leider konnte ich, aus meiner Perspektive, nur ein weißes überbelichtetes Blatt sehen.

Argh, das Licht du Idiot, so seh‘ ich doch nur ein weißes Blatt, nimm es aus dem Licht raus!! Ich zog, schnell nach ihm, meinen Zettel um ihm rasch zu folgen. „Junger Mann, bitte nicht so schnell, es ist kein Stress nötig.“ Meinte die Dame namens Hiko. Ich hörte nicht drauf und folgte Keisuke, doch plötzlich fanden meine Augen etwas ganz anderes. Etwas viel interessanteres. Ein Mädchen, mit sehr langen Haaren, lief zwischen den Bäumen, mit einen großen Eimer Wasser, herum. Das ihr Haar lang war, war nicht wirklich das, was mich so aufmerksam gemacht hatte. Es war die interessante Haarfarbe. Eine Mischung aus Gelb und Rosa. Für mich selbst war es eine wunderschöne Farbmischung und dann trafen sich unsere Blicke.

Wir schauten uns, wohl einige Sekunden lang, an und ganz automatisch winkte ich ihr zu und lächelte. Das war wohl falsch, denn plötzlich wurde sie rot und schrak zusammen, weshalb sie sich sputete von dem Fleck weg zukommen, was jedoch darin endete, dass das Wasser, im Eimer, zu viel Bewegung bekam und sie aus dem Gleichgewicht riss. „Oh!“ kam es nur aus meinen Mund und ich wollte auf sie zulaufen um zu helfen, doch wurde ihr schon von einer der anderen acht geholfen, die uns heute begrüßt hatten. Ich glaubte mitbekommen zu haben, dass ihr Name Nami war. Ich wollte dieses Mädchen weiter beobachten, wollte ihren Namen wissen und gleich nochmal den Versuch starten rüber zulaufen, doch wurde mein Gedankengang unterbrochen. „Hallo, dein Zettel bitte, du hältst die anderen auf.“ Meinte die Dame namens Kana.

„Oh, eh, ja.“ Ich lief zu ihr und überreichte ihr den Zettel. „Takaya Nakamura mein Name.“ Erklärte ich. „Danke, hier der Lageplan zu deinem Bungalow. Ich hoffe, es wird dir hier gefallen.“ Meinte sie und lächelte. Ich nickte nur und lief nun zu Keisuke, mein Blick jedoch, suchte wieder nach dem Mädchen mit den langen Haaren. „Takaya, und hat es geklappt?“ fragte Keisuke mich. „Hm, was?“ ich blinzelte kurz und schaute wieder zu ihm. „Was meinst du?“ „….Bungalow, wir beide in einem…“ Erklärte er sich.

„…Scheiße!!! Argh, ich wollte gerade lesen, aber leider hast du den Zettel komplett ins Sonnenlicht gehalten, sodass ich nur weißes Papier gesehen habe, und dann war das so ein hübsches Mädchen und argh, scheiße!“ ich klatschte meine Hand gegen die Stirn. Keisuke schaute mich enttäuscht an. „In welchen Bungalow bist du nun?“ fragte er mich und seufzte. „2-O, du?“ ich senkte den Blick. „4-J. Schade, aber kein Thema, du wolltest mir ja wirklich helfen und zum Teil ist es ja auch mit meine Schuld gewesen. Ich schaff das schon, außerdem werden wir uns ja noch sehen.“ erklärte er und lächelte mich an. „Keisuke!! Danke, und ein großes Sorry! Wenn was ist, kannst du jederzeit zu mir kommen!“ meinte ich, verbeugte mich und hielt entschuldigend die Hände vor meinen Kopf zusammen.

„Takaya, ist gut, wirklich! Vielleicht ist es ja gar nicht so schlecht, dass ich nun mal auf mich allein gestellt bin. Von daher, mach dir bitte nicht so viele Gedanken.“ er lächelte nochmals und wirkte nun sicherer. „Okay, danke“ ich lächelte nun auch. „Ich denke, wir sollten nun unsere Taschen holen und unsere Bungalows aufsuchen.“ Ich hob den Lageplan, zum Zeichen, hoch und wir beide holten unsere Koffer ab, um dann unsere Häuser aufzusuchen. „Ich glaube hier trennen sich unsere Wege, man sieht sich. Und wie gesagt, ich bin da, wenn was ist.“ „Hai.“ meinte er und wir beide nickten einander kurz zu, um danach die gegenentsetzten Richtungen einzuschlagen. Ich lief noch ein paar Schritte weiter und stand dann vor dem richtigen Haus. Ich hoffe er ist mir echt nicht böse. Und wer das Mädchen war, weiß ich immer noch nicht. Hoffentlich erkältet sie sich nicht, dass wäre dann meine Schuld! dachte ich und öffnete dann die Tür.
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Ray


Gemütlich schlenderte ich zum Bungalow, den ich gezogen hatte. Den Lageplan hielt ich zusammengefaltet in meiner Hand, ich hatte ihn mir nur einmal anschauen müssen, um zu wissen wo ich hin musste. Das Konzept war aber auch Kinderleicht. Ich öffnete die Tür des Bungalows und trat hinein, außer mir war noch keiner da, also sah ich mich ein bisschen um. Wie man es von einem Kindercamp erwarten konnte, war alles in gut greifbarer Höhe im Raum. Während der Raum selbst allerdings trotzdem genug Platz hatte, dass Erwachsene hier stehen konnten. Ich hatte mich gerade auf einem Bett niedergelassen, als ich Schritte hörte. Als ich mich umdrehte sah ich einen Jungen mit grauen Augen und blauen Haaren, der mich interessiert beobachtete.

„Jo“ rief ich und hob zur Begrüßung meine Hand. „Hi“ antwortete mir der Junge, und sah sich in dem Zimmer um, „Bist du der erste?“ Ich nickte „Mein Name ist Ray, wie heißt du?“ „Takaya“ antwortete er mir und trat einen Schritt zurück, um in das Zimmer nebenan zu blicken. „Vier Betten insgesamt. Also kommen vermutlich noch zwei andere Jungs.“ Wie um meine Aussage zu bekräftigen, konnten wir von draußen Stimmen und Schritte hören.

„…und dann hab ich doch echt diese Wahnsinns seltene Karte in dem Päckchen gehabt und alle anderen waren total eifersüchtig, und—“ der Junge der gesprochen hatte brach ab, als er durch den Eingang kam und Takaya und mich sah, der Junge der ihm zugehört hatte, brauchte erst ein paar Momente um zu uns zu sehen. „Hallo, ich bin Kouta und das ist Heiji, spielt ich auch Firegliders?“, fragte der Kartensammler, laut. „Nein ich nicht, mein Name ist Takaya, und das ist Ray.“ Die Augen der beiden Jungs, die definitiv jünger waren als ich und Takaya richteten sich auf mich. „Ich auch nicht.“ Enttäuschte ich die sichtlich hoffnungsvollen vier Augen. Firegliders war ein Spiel, das es noch nicht lange gab, und das auch hauptsächlich nur unter den jüngeren verbreitet war. Takaya warf mir einen kurzen Blick zu und ich wusste was er dachte. „Ich und Ray nehmen ein Zimmer zusammen, ihr könnt das andere haben.“ Erklärte Takaya den beiden.

Kouta und Heiji schienen sichtlich erfreut darüber, und stürmten mit Gejohle in ihre Schlafstätte, wobei sie mit ihrem Gepäck noch mehr krach anrichteten, weil sie dauernd aneckten. „Das kann ja heiter werden.“ Meinte Takaya sarkastisch, ich hätte es nicht besser ausdrücken können. Wir versorgten unsere Gepäckssachen, indem wir unsere Taschen unter das Bett warfen und gingen danach beide aus dem Bungalow und an die frische Luft. Ich rückte meine Kappe zurecht und sah mich um, „Also, irgendeine Idee, was wir jetzt machen können.“ Aus dem Augenwinkel sah ich wie Takaya mit der Hand auf etwas zeigte, als ich mich dorthin umdrehte sah ich den jungen Erwachsenen mit den eisblauen Harren der zu den Organisatoren gehörte und direkt auf uns zukam. Sein Name war Nerio gewesen, gerade weil der Name so merkwürdig war, hatte ich ihn mir gut merken können.

„Ihr seid schon fertig mit auspacken?“ fragte er rhetorisch „Das ist gut, wir veranstalten in ein paar Minuten ein Sportturnier. Der Weg zum Sportplatz ist auf eurem Lageplan verzeichnet, ich bin mir sicher, ihr findet ihn.“ Takaya nickte, woraufhin Nerio weiterlief, und noch andere Kinder ansprach. „Klingt doch nach was.“ Meinte Takaya. Ich grinste „Du hast recht, nach der langen Fahrt ist ein bisschen Sport eine gute Idee.“ Als wir am Sportplatz ankamen, wurde dort gerade ein Volleyballnetz aufgehängt.

Es waren zwei Personen, die daran arbeiteten, Chihei und Enya. Als wir näher kamen drehte sich Enya zu uns um. „Hi Jungs, ihr seid die ersten, die anderen sollten auch gleich eintrudeln, ihr könnt solange schon mal ein bisschen kicken.“ Sie zeigte auf das Fußballfeld, dort waren schon Tore aufgestellt, und ein Ball lag in der Mitte. Ich zuckte mit den Schultern. „Ok“
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Takaya


Ich lief mit Ray zum Fußballplatz und wir sahen Chihei und das Schwarzhaarige Mädchen. Wie war nochmal ihr Name? Enjo?....Enka? @.@ Gott so komische Namen waren dabei, auch der Blauhaarige Typ von eben der uns über das Turnier Bescheid gegeben hatte, hat einen seltsamen Namen… „Hi Jungs, ihr seid die ersten, die anderen sollten auch gleich eintrudeln, ihr könnt solange schon mal ein bisschen kicken.“ Meinte sie. „Du, Ray, wie hieß sie nochmal?“ fragte ich im Flüsterton, während wir uns zur Mitte des Fußballfeldes bewegten, um dort den Ball zu holen. Ray bewegte sich näher an den Ball und hob ihn mit leichter Hilfe der Fußspitze auf seinen Fuß und balancierte ihn kurzweilig. „Enya, meines Wissens nach.“ antwortete er und kickte den Ball nun hoch, der dann langsam wieder auf seinen Knie Platz fand, um dann aber auch gleich wieder in die Höhe zu schießen.

„Ahh, stimmt, wusste doch, irgendwie sowas.“ Meinte ich und schaute ihm zu. „Wieso fragst du?“ fragte er mich, während er den Ball weiter hoch hielt. Ich zählte währenddessen mit und war schon bei zwölf. „Nur so, finde die acht etwas, nun ja, wie soll ich das sagen? Merkwürdig? Nicht nur ihre Namen, sondern überhaupt.“ Versuchte ich zu erklären, hatte aber das Gefühl, dass man mich nicht wirklich verstehen würde. „Du also auch? Schon merkwürdig deren Ausstrahlung, das stimmt. Aber ich denke einfach, dass wir sowas nicht gewohnt sind, kommst doch auch aus der Großstadt oder?“ fragte er mich, ohne zu stoppen. „Uhm, ja, bin komplett in der Großstadt aufgewachsen, hab solche Orte hier nie besucht.

Wow, schon bei 32.“ Ich wollte weiter zählen doch, plötzlich passte Ray mir den Ball zu und ich reagierte sofort, indem ich den Ball mit der Brust annahm und dann ebenso mit dem Knie hochhielt. „Haha, ich sehe, es wird gleich interessant. Mal sehen ob wir im Team, oder gegeneinander spielen.“ Ray grinste mich an und ich grinste nur zurück. „Ja, mal sehen!“ meinte ich zurück und wir begangen ein kleines Zweimannspiel gegeneinander.
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