Hase Die Auswahl Hase

Enya

Datum: 28.06.2010


Ich baute mit Chihei weiter das Volleyballnetz, für die Mädchen, auf. „Denkst du wirklich, dass dieses Camp was bringt? Was ist, wenn wir eine Fehlentscheidung machen?“ fragte ich Chihei und stütze mich am Mast, des nun fertigen Netzes ab. „Ich mein, so ein Fehler kann doch passieren und wenn den Ausgewählten am Ende was passiert, weil wir falsch gewählt haben, argh, daran möchte ich nicht mal denken!“ meinte ich und verzog das Gesicht, als würde ich Kopfschmerzen bekommen. „Das passiert schon nicht, erstens werdet ihr das schon selbst bemerken, ob die Ausgewählten richtig oder falsch sind und zweitens sind wir ja auch noch da.“ Erwiderte Chihei, nur auf meine Frage. Das war typisch, während alle dachten, alles ginge glatt, besonders Kai, machte ich mir als einzige richtig Sorgen. Wieso das so ist? Ich denke es liegt wohl daran, dass ich mit fünf weiteren Geschwistern aufgewachsen bin, auf die ich natürlich, als Älteste, aufpassen musste. Das lag allerdings viele, viele Jahre zurück. Noch damals in Irland.

Meine Geschwister müssten selbst schon alt sein und Enkelkinder haben, immerhin waren sie normal. Sie waren nicht wie ich, ein Zeitengel, aus der Kraft eines Engels und einer Priesterin, mit einem Element, geboren worden. Meine Eltern verloren, nach meiner Erzeugung, ihre Kraft und mein Vater wurde ein normaler sterblicher. Leben tun diese beiden leider nicht mehr. Ich seufzte, als ich daran zurück dachte. Es war eine schöne Zeit. „In Gedanken an deiner Vergangenheit?“ fragte Chihei mich.

Ich nickte nur. „Es ist okay, es ist auch okay, dass nur meine Eltern von mir wissen durften und meine Geschwister nicht. Sie würden sich wohl wundern, wenn ich nun vor ihnen auftauchen würde. Eine für sie schon alte Frau, die immer noch aussieht wie eine Achtzehnjährige.“ Erzählte ich, jedoch mehr zu mir, als zu ihm. „Tut mir Leid, Enya, aber so gehst deinen drei Mitstreitern auch. Nur eure Eltern wissen davon. Und-“ Versuchte Chihei sich zu erklären, doch ich schüttelte nur den Kopf. „Keine Sorge, mir geht’s gut, wirklich, es ist halt einfach nur Schade, um die Zeit, die ich, ab meinen achtzehnten Geburtstag, nicht mehr mit meiner Familie verbringen konnte. Das ist alles. Ich bin froh, dass es Ihnen gut geht und sie bisher nie mit den Tsumitsukai zu tun hatten.“ Ich lächelte und beobachtete die zwei Jungs, die sich fröhlich und mit viel Eifer und Kampfgeist den Ball gegenseitig abzunehmen versuchten, um ihn dann ins Tor zu kicken. „Der Rest kommt so langsam eingetrudelt. Nerio schafft‘s wohl doch. Dachte man würde ihn, mit seiner Art, nicht ernst nehmen.“ meinte Chihei und beobachtete die, langsam größer werdende, Menge, die sich auf den Sportplatz einfand. Ich grinste. „Also wirklich. Nerio und nicht ernst nehmen können? Dann, wäre was falsch.“

Ich stieß mich vom Mast ab, begrüßte die restlichen Kinder, die ankamen, und lotste die Mädchen zum Volleyballplatz und die Jungs zum Fußballplatz. „So, ich denke es sind alle da, oder fehlt noch jemand, immerhin müsste jeder nun seinen Bungalow-Kameraden kennen. Niemand? Gut. Ihr werdet nun in jeweils…“ Chihei erklärte die Regeln und die Team Aufteilungen. Währenddessen, beobachtete ich das hektische und neugierige Herumgewusel und mein Blick fiel wieder auf den Jungen, mit dem rotorangenen Haar, welcher sich gerade mit dem Blauhaarigen unterhielt. //Die beiden freuen sich ja wohl am meisten. So schaut es jedenfalls aus.// dachte ich und schaute nun links neben mich, da sich jemand zu mir gesellte. „Hi Nami. Alles erledigt, bei den Bungalows?“ „Natürlich, Erklärungen, bezüglich des Wassers, dem Kochen und anderem Zeugs, hab ich Erledigt. Einen riesigen Tollpatsch, hab ich dabei auch entdeckt.“ Meinte sie und fuhr sich, mit ihrer Hand, durch ihr langes Kastanienhaar.

„Ist es ein süßes, tollpatschiges, Ding?“ hörten wir eine Stimme, von hinten, und auch Kai gesellte sich zu uns. „Kai! Es ist fast noch ein Kind, ich würde schätzen 12 oder 13!? Also lass die Finger von Ihr!“ blaffte Nami ihn an. „Oh, das ist schade, ist wirklich viel zu jung für mich. Die hätten eine andere Altersgrenze setzen müssen.“ er grinste. Das war typisch für unsere Gruppe, irgendwer keifte, provozierte oder streitet sich immer miteinander. Solange sie sich jedoch nicht in den Haaren lagen, unternahm ich nichts. Eine stumme, aber doch bemerkbare Präsenz, stellte sich rechts neben mich.

„Oh Nerio, mein Oreo Eiskeks, du bist ja nun auch da.“ Meinte Kai und legte seinen Arm um Nerio, doch dieser schob seinen Arm nur stumm weg und beobachtete die, nun angefangene, Auswahl für die Teams. „Was meint ihr, habt ihr schon jemanden entdeckt?“ fragte Nerio, mit monotoner Stimmlage. „Nein, eigentlich nicht.“ Antwortete Nami. „Aber wieso sollte das auch so schnell gehen? Ich meine, wir haben ja extra viel Zeit für das Camp geplant. Auch wenn der Staat einfach nicht mit Fragen locker lässt, wofür wir es brauchen. Eine einfache Antwort, wie die für die Nachrichten, wollten sie ja nicht abkaufen!“ brummte sie. „Was wollen wir, jetzt eigentlich, beim Turnier raus finden?“ fragte Kai.

„Kai, stell dich nicht blöder da als du bist. Du kannst dir selbst denken, dass wir damit die Partner finden wollen. War doch immerhin klar, dass wir hier so manches anstellen müssen, um das zu prüfen.“ Erklärte ich und verschränkte meine Arme. „Ja, das ist mir ja schon irgendwie bewusst, junges Mäuschen, aber ich kann mir schlecht vorstellen, so die richtigen Personen für uns zu finden.“ Widersprach Kai. „Das werden wir ja dann schon sehen, Ecchi-Opa! Die Teams wurden fertig gewählt. Also los!“ Ich lief, zusammen mit Nerio, zum Fußballplatz, weil wir die Rolle der Schiedsrichter hatten, während Kai und Nami das für die Volleyballspiele übernahmen. Ich machte den Anpfiff.
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Ray


Nachdem unsere Betreuer das Volleyballfeld vollständig aufgebaut hatten, hatten sie uns in Teams aufgeteilt. Ich war zwar bei der Auslosung, mit Takaya nicht ins gleiche Team gekommen, dafür, spielten wir aber wenigstens wieder gegeneinander. Was mir persönlich sogar besser gefiel, da ich so, wenigstens einen anspruchsvollen Gegenspieler hatte. „Komm Takaya, mach es mir ja nicht zu einfach.“ Provozierte ich ihn. Er hatte den Ball, zum Anstoß, unter seinem Fuß, und grinste, „Diese Worte, gebe ich direkt zurück an dich, immerhin soll das hier Spaß machen.“ Mein Grinsen wurde breiter, und ich ging leicht in die Hocke. Dann kam der Anstoß, Takaya passte den Ball, zu einem Mitspieler, und rannte an mir vorbei. Ich drehte mich sofort um und holte zu ihm auf. „Oh nein, mich wirst du nicht los!“ Takaya blickte zu mir „Sicher?“ und blieb einfach stehen, woraufhin, einer seiner Mitspieler ihm den Ball zupasste.

Ich brauchte kurz, um auch stehen zu bleiben, dann lief er auf mich zu und versuchte mich zu tunneln. Ich schob meine Füße etwas näher zusammen und stoppte so den Ball, dann lief ich, mit dem, neu gewonnen, Ball los, in Richtung von Takayas Team. „Nicht schlecht“ meinte Takaya, der langsam wieder zu mir aufholte. Fast fünfzehn Minuten später, waren wir alle schweißgetränkt. Es stand zwei zu zwei. Ich war Takaya auf den Fersen, der gerade wieder den Ball annahm. „Was ist Ray?“ meinte er atemlos, „Schon außer Puste?“

„Nicht so sehr wie du“ entgegnete ich, genauso atemlos, und hatte zu ihm aufgeholt. „Komm, gib den Ball her.“ „Ok“ statt, mir den Ball allerdings zu überlassen, passte er ihn an einen Mitspieler weiter. Da der andere Stürmer gute Chancen hatte, rannte ich dazu um der Verteidigung zu helfen, bevor wir ihm allerdings den Ball abnehmen konnten, passte er zu Takaya, die Lücke, die er hatte, viel mir sofort auf und ich rannte, so schnell ich konnte, auf sie zu, an seinem Grinsen, konnte ich sehen, wie siegessicher er jetzt war. Davon noch stärker angetrieben, rannte ich, mit allem was ich hatte. Ich war nicht sicher, ob ich es noch rechtzeitig schaffen würde. Am Rande hörte ich einen Schrei, kurz darauf, konnte ich Takayas Schuss hören. Ich hatte es noch rechtzeitig geschafft, ich stand in der Lücke, die Takaya frei gehabt hatte.

Scheinbar, hatte ich Takaya unterschätzt. Der Ball flog nicht auf mich zu, sondern direkt auf unseren Torwart, der ihn aber nicht halten konnte, er rutschte ihm, gerade so, durch die Hände, ins Tor. Dann wurde für das Tor und das Ende des Spiels gepfiffen. Ich lief auf Takaya zu, der sich gerade aufrichtete und dabei zu den Mädchen herüber sah. Ich folgte seinem Blick und konnte die Zicke, aus dem Bus, erkennen. Sie stand neben einem Mädchen, das weinend auf dem Boden saß und schimpfte mit ihr. //Nicht schon wieder, weiß dieses Mädchen etwa gar nicht, wie man mit anderen umgeht?// Ich drehte mich wieder zu Takaya um „Der letzte Schuss war echt cool, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.“

Takaya sah zu mir „Oh, was? Ah ja, obwohl ich noch gar nicht glauben kann, dass der rein ist.“ „Nicht so bescheiden“ ich klopfte ihm auf die Schulter „der Schuss war ‘ne Leistung.“ „Klar war er das.“ Meinte Takaya und grinste nun wieder, „Für wen hältst du mich?“ Ich nahm ihn in den Schwitzkasten „Für den Deppen, der mich doch wirklich, im Fußball, geschlagen hat.“ Takaya musste lachen und versuchte meinen Arm, halbherzig, wegzudrücken. „Wart nur ab, die nächste Runde mach ich dich platt.“ Meinte ich zu Takaya, als ich ihn losließ. „Ach ja?“ fragte Takaya „Das glaubst aber auch nur du.“ Gemeinsam liefen wir an den Rand des Feldes, um uns Trinken und ein Handtuch zu besorgen. Enya kam, mit dem kleinen Mädchen und der Zicke, an uns vorbei. „Wie kann man nur so blöd sein, dass man sich mit den Haaren, in einem Volleyballnetz, verhakt?“ diskutierte die Zicke, mit dem kleinen Mädchen, dass immer noch weinte.

„Alles kann passieren.“ Mischte sich Enya ein. „Erst mall, gehen wir Mei ein Pflaster, für ihr Knie, besorgen.“ Mei nickte, schniefte und man konnte sehen, wie sie versuchte, die Tränen zurückzuhalten. Zu meiner Überraschung, Griff sie nach der Hand der Zicke und hielt sie fest. „Wenn es sein muss.“ Murrte diese, schüttelte die Hand aber nicht ab. „Jetzt verstehe ich die Welt nichtmehr.“ Murmelte ich für mich. Ich warf einen Blick zu Takaya, der seine Augen auch nicht, von dem Schauspiel, abwenden konnte. „Es gibt echt Sachen, die erwartet man nicht.“ Meinte ich. „Da sagst du was.“ Stimmte er mir zu.
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Nami


Ich schüttelte den Kopf, als ich Enya dabei beobachtete, wie sie das kleine Mädchen, Namens Mei, mit Hilfe eines anderen Mädchens, wegbrachte, um sie zu Versorgen. „So viel Tollpatschigkeit hab ich ja, in meinem ganzen Leben, noch nie gesehen. Heute früh mit dem Wasser, jetzt ihr Haar.“ Meinte ich und beobachte das nächste Spiel, welches, für das unterbrochene, eingeführt wurde. „Ach, von diesem Tollpatsch war eben die rede? Putzig ist sie ja, aber halt wirklich viel zu jung, für meinen Geschmack. --“ Fing Kai an. „Sollte am besten auch nie dein Geschmack werden. Ich find es widerlich, wie du den Weibern und den Typen hinterher geierst, Kai!“ meinte ich, etwas säuerlich und verschränkte meine Arme. „Hey, ich bin so wie ich bin. Im Mittelalter war das, nun mal, normal, so bin ich aufgewachsen. Sorry halt.“ Rechtfertigte er sich.

„Mag ja sein, aber man muss sowas ja nicht fortführen. Als ich geboren wurde, war es auch nicht gerade schön. Ein Kaiser hatte um die 5 Frauen zeitgleich…“ erklärte ich und verzog den Mund. „Na also, dann kannst du mich ja verstehen.“ Er grinste dann nur und beobachtete die Mädchen in verschiedener Sportkleidung. Oft, konnte man seinen Blicken gut genug folgen, um zu wissen, was er beobachtete. Ich seufzte. „Schau nicht auf die Brüste, der ältesten Mädchen, sondern deren besonderen Art, oder was auch immer wir entdecken müssen, um unseren Partner zu finden. „Fang nicht wieder damit an.“ Antwortete er mir nur und ignorierte mich. „Uhm, Entschuldigung wegen der Unterbrechung eben.“ Meinte eine piepsige Stimme hinter mir. Ich drehte mich um und erblickte die kleine Mei, mit Yuuka zusammen. „Oh, Mei war dein Name, oder?“

„Ja, genau.“ Meinte sie und nickte lächelnd. „Schon okay, kann passieren. Pass aber in Zukunft bitte besser auf. Euer Spiel wurde verschoben, ihr spielt nach dem laufenden. Denkst du, das geht dann, oder willst du lieber auf der Bank sitzen bleiben?“ fragte ich. „Nein! Das will ich ungern machen, ich darf meine Kameraden ja nicht im Stich lassen! Außerdem ist es gar nicht so schlimm.“ antwortete sie schnell und presste die Augen zusammen. Ich musste ein wenig lächeln, als sie so reagierte. „Versuche es, aber wenn es wirklich nicht geht, dann geht es eben nicht.“ „Ich geh schon mal vor zur Bank.“ Meldete sich Yuuka zu Wort und ging, an mir und Mei, vorbei, wobei sie Kai einen flüchtigen Blick zuwarf und er ihr mit einem charmanten Lächeln zuwinkte. „Ah, Yuuka warte!“ Mei winkte mir und Kai schnell zu und lief Yuuka, hinterher. Mein Blick folgte ihr. „Ganz schön putzig, ihre Art.“

„Ändert sich dein Geschmack, von Männern zu Frauen, Nami?“ neckte mich Kai. „Erzähl kein Mist. Ich meinte damit einfach nur, dass ich es süß finde, wie sie versucht, andere durch sich selbst nicht zu schaden. Ist eine schöne Eigenschaft.“ Erklärte ich und rollte die Augen. „Ach schade.“ Kai spielte den enttäuschten. „Du bist echt kindisch, weißt du das?“ „Hey, ich bin 1011 Jahre alt, ja?“ er machte einen Schmollmund. „Von der Zeit, die du lebst, ja. Aussehen…“ ich überlegte und musterte ihn genau. „vielleicht so, 19? Aber vom Benehmen her, wie ein 12 jähriger, frühreifer Bengel, oder so.“ ich ignorierte, den nun beleidigt spielenden Kai und pfiff nun, um das Spiel für beendet zu erklären. Ich beobachtete, wie Mei, humpelnd mit Yuuka, erneut aufs Spielfeld lief. //Hoffentlich geht das wirklich klar?// dachte ich und wurde etwas besorgt. Erneut pfiff ich und das neue Spiel begann.
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Mei


Ich ging mit Yuuka auf das Spielfeld, um das, wegen mir unterbrochene, Spiel erneut zu starten. Ich hatte mir vorhin, als ich den Ball wieder auf die Gegnerische Seite spielen wollte, mein Haar im Netz verklemmt und dort eine Weile gehangen, wie ein zappelnder Fisch. Als sich mein Haar dann endlich befreit hatte, was sehr wehtat, fiel ich jedoch zu Boden und schürfte mir das Knie auf. Das tat immer noch weh, aber ich wollte mein Team nicht in Stich lassen, schon gar nicht Yuuka. Ich lächelte sie an, doch sie gab nur einen grimmigen Blick zurück. Nami, die mir heute früh mit dem Wasser geholfen hatte, pfiff nun das Spiel an. Yuuka bekam den Ball als erstes ab und baggerte ihn aus dem Hinterfeld gekonnt zurück. „Wow, Yuuka, du bist so sportlich!“ schwärmte ich und passte kurz nicht auf. „Schwärm später weiter, da kommt gleich ein Ball fürs Vorderfeld, das ist dein Job!“ raunzte sie nur zurück.

Mein Blick fiel schnell nach vorne und schon sah ich den Ball auf mich zu schnellen. „Ahhh!“ schützend hielt ich die Hände vor meinem Gesicht und der Ball prallte stark, von meinen Händen, zurück und fiel zu Boden. „Aua…“ Ich strich mir, mit der weniger betroffenen, über die leicht pochende Hand. „Mein Gott, kannst du überhaupt etwas?“ meinte eine andere Mitspielerin, aus meinem Team. „Uhm, t-tut mir Leid! Ich war nicht wirklich bei der Sache.“ Meinte ich und warf den Ball, mit leichten Schwung, zum Gegnerischen Team, da sie erneut Anschlag hatten. //Mehr Konzentration, Mei! Ich darf die anderen nicht hängen lassen.// dachte ich und achtete nun, genauer, auf das Geschehen, um den Ball nicht, aus den Augen, zu verlieren.

Diese Arbeit wurde mir allerdings sehr erleichtert, da der Ball nun, nur noch, zu mir flog. Die ersten male, konnte ich den Ball noch, so gut es geht, abwehren, doch von Mal zu Mal, wurden die Ballschläge auf meinen Händen und Knochen unerträglich und es fing an zu schmerzen. „Hey, wir sind auch noch da!“ schnauzte Yuuka, plötzlich hinter mir, los und stürmte, als wieder ein Ball auf mich einzudreschen drohte, auf mich zu und sprang hoch, um den Ball wieder, mit Wucht, auf die gegnerische Seite zu schlagen. Somit hatten wir den ersten Punkt erreicht. Das Mädchen, was besonders oft die Bälle auf mich einschlagen lassen hatte, grinste Yuuka nur missbilligend an. „Bist du jetzt ihr Bodyguard?“ fragte sie uns und gab uns, für den Anschlag, den Ball zurück. „Denkst du, du kannst im hinteren Feld besser agieren?“ fragte Yuuka mich genervt und ignorierte das Mädchen, auf der anderen Seite. „Uhm, ehm, ich Versuchs!“ meinte ich nur und tauschte mit Yuuka die Position. //Mei, wegen dir steht es schon zwei zu eins, für die Gegner! Jetzt streng dich endlich an und zwar wirklich, jetzt!!//

Wie erwartet war es klar, dass der Ball, der gerade von Yuuka als Aufschlag auf die Gegnerische Seite geworfen wurde, wieder auf mich zu flog. Jedoch, konnte ich ihn diesmal besser abwehren und zu einem Mädchen, in meinem Team, zupassen. Diese machte einen Hochpass zu Yuuka, die abermals, mit einer unglaublichen Sprungkraft, nach oben sprang und den Ball, auf die gegnerische Seite, schmetterte. Dieser konnte abermals nicht gestoppt werden und nun stand es zwei zu zwei. „Wow, hätte nicht gedacht, dass du den noch bekommst.“ Meinte das Mädchen, welches ihr zu gepasst hatte. „Unterschätz mich halt nicht.“ Yuuka grinste nur und das Spiel ging nun, mit weniger Problemen für uns, weiter. Dafür, bekam die andere Seite nun, wohl dank Yuuka, viele blaue Flecken. Ich begann mir langsam Sorgen zu machen, als ich die Rote Haut meiner Gegenspieler sah und war froh, als Nami endlich zum Ende pfiff und wir mit fünf zu drei gewannen. Erschöpft lief ich zu meinen Gegnern und untersuchte deren Arme und hielt ein Mädchen mit besonders rotem Arm an der Hand fest. „Das sieht gar nicht gut aus, du solltest das schnell kühlen lassen, ihr anderen auch.“ Meinte ich besorgt.

Doch das Mädchen riss ihre Hand weg und stolperte nach hinten. „Fass mich nicht an und tu gar nicht erst auf gute Freundin! Erbärmlich sowas!“ knurrte sie und lief mit ihrer Mannschaft vom Feld. „…Sowas, scheint ja wohl doch nicht so schlimm zu sein.“ meinte ich und sah ihnen nach. Yuuka seufzte hinter mir. „Du bist hoffnungslos naiv, sie können dich nicht leiden, hast du das nicht bemerkt?“ „Ach was, die sind nur schüchtern!“ antwortete ich nur und lächelte. Yuuka rollte nur mit den Augen und wir gingen, zusammen mit den anderen zwei, vom Platz runter, damit die nächsten aufs Feld konnten. Beim Laufen bemerkte ich einen Blick mir folgen und sah mich um. Mein Blick traf den von Nami und wir schauten uns wohl bestimmt ein paar Sekunden an. Da ich allerdings nicht auf vorne achtete, rammte ich mit meinen Kopf einen Laternenpfahl und prallte auf den Boden zurück. „Autsch, Mensch, wieso immer ich.“ Fragte ich mich selbst und rieb mir die Stirn. Ich sah nochmal zu Nami auf und bemerkte das sie ein wenig zu lachen anfing, dies jedoch versuchte zu unterdrücken, indem sich räusperte und das nächste Spiel beobachtete. „Wie peinlich, aber egal, sie lächelte, das steht ihr.“ Meinte ich zufrieden und folgte schnell Yuuka, die schon weiter weg war.
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Takaya


Ich saß, mit meiner Mannschaft, auf der Bank und wartete, bis wir wieder dran waren. Während dessen, sah ich mir die anderen Spieler an, um nach Schwachstellen, für das Spiel gegen sie, zu suchen. „Takaya, das Tor eben war ja echt super! Dachten schon, dass dir der orange Haarige in die Quere kommt.“ Meinte der Junge, namens Chiaki, der neben mir saß. Ich kratzte mich verlegen am Hinterkopf und lachte ein wenig. „Danke, aber war nicht wirklich schwer.“ ich konnte Ihnen ja schlecht erzählen, dass ich kurzzeitig, wegen dem Mädchen, welches ich heute früh gesehen hatte, nicht mehr wirklich bei der Sache gewesen war. Da sie sich verletzt hatte, hatte ich mir sorgen gemacht, was mich abgelenkt hatte, trotz dessen, hatte ich es geschafft, ein Tor für unsere Mannschaft zu schießen. Endlich wusste ich aber nun ihren Namen. Ich fand ihn sehr schön und passend für sie. „Mei“ flüsterte ich, ohne es zu bemerken. „Hm, was sagst du?“ fragte mich ein weiterer, der einen sehr ähnlichen Namen wie ich hatte, Takara. Neben ihm saß Riku, dieser war jedoch sehr schweigsam.

Komischerweise, konnte ich mir diesen Namen merken, denn die restlichen sieben, waren mir schon längst wieder entfallen. „Hm, was? Ach, hab nur mit mir selbst geredet. Haha!“ redete ich mich schnell raus und beobachtete wieder das Spiel, vor meinen Augen. „Hey, Takaya, da bist du ja!“ rief plötzlich eine, mir bekannte, Stimme und ich drehte mich um. „Ah, Keisuke! Wie geht’s? Gut im Bungalow angekommen?“ fragte ich. „Ja! Alles super, die drei anderen sind auch total in Ordnung und wir teilen circa alle die gleichen Interessen!“ erzählte er und war in Hochform. „Hey, das hört sich doch super an, freut mich, dass das wohl doch In Ordnung ging. Nochmals sorry!“ meinte ich.

„Schon okay, wirklich.“ Meinte er und grinste. „Wir spielen glaub ich, die nächste Runde, gegeneinander. Mein Team ist auch ganz okay, keiner der mich ärgert. Aber vorab. Da ist einer, der ist wirklich sehr gut!“ Warnte er mich. „Wird schon, wir kriegen das hin, oder Leute?“ fragte ich die anderen, aus dem Team, die nur mit einem sicheren ja antworteten und die Arme in die Luft streckten. „Wenn du meinst, ich wollte es nur gesagt haben“ meinte er unsicher. „Naja, ich muss dann mal rüber. Bis gleich, auf dem Feld.“ er winkte uns zu und ging dann rüber. „Hm, mal sehen. Wenn er so gut sein sollte, wird‘s wenigstens wieder spannend.“ Ich stellte mich hin und fing schon mal mit den Dehnübungen an, um gleich fit, fürs nächste Game zu sein. Zehn Minuten später, ertönte der Schlusspfiff und wir konnten aufs Feld. Ich sah mich nach Keisuke um und fand ihn auch. Im Schlepptau hatte er 10 weitere Jungs.

Einer von ihnen sah besonders sportlich aus. Das dürfte dann wohl der sein, von dem Keisuke sprach. Wir stellten uns alle auf die Positionen und warteten auf den Pfiff, der auch sofort kam. Da unser Team den Anstoß hatte, standen ich und ein weiterer aus meinem Team, in der Mitte und er passte mir, auf den Pfiff hin, sofort den Ball zu. Ich kickte den Ball, in Richtung gegnerisches Tor und sah Keisuke auf mich zulaufen, den ich jedoch ohne Probleme abschütteln konnte. Zur Sicherheit den Ball länger auf unserer Seite zu halten, passte ich ihn Takara zu, dessen Spezialität das Tricksen war. Als er die meisten ausgetrickst hatte, passte er den Ball Riku, doch diesem wurde der Ball, blitzschnell, von dem Jungen, vor dem wir gewarnt worden waren, abgenommen. „Mist“ fluchte ich und rannte auf diesen zu, der wieder, gefährlich nah, auf unser Tor zu rannte. „Der Ball, gehört uns!“ meinte ich und versuchte ihm den Ball ab zu nehmen. Vergebens. In der Sekunde, wo ich ihm mein Bein in die Quere stellen wollte, um den Ball, zwischen seinen Füßen, durchrollen zu lassen, hüpfte er, zusammen mit dem Ball, zwischen seinen Beinen, hoch und schoss ihn, direkt nach dem landen, auf das Tor zu. „Chiaki!!!“ schrie ich vom Boden aus und hoffte das er den Ball abfangen konnte, doch leider war der Schuss wohl zu heftig und der Ball glitt Chiaki, nach hinten, durch die Hände. „Mist…“ trotz dessen grinste ich, wischte mir die Stirn ab und stand auf. „Das kriegen wir schon hin Leute! Endlich ein Spiel, welches Spannung erzeugt.“

Der Rest vom gegnerischen Team war durchschnittlich bis gut, doch dieser eine Spieler, machte das gesamte Game, für sein Team, fast alleine. Das weckte in mir den Ehrgeiz, ihm doppelt so stark entgegen zu treten und das zeigte ich auch, in dem ich dadurch, leider oft, den Boden besuchte. Einmal machte er den gleichen Versuch, wie ich bei ihm vorhin, doch bei ihm glückte es und ich stolperte über den Ball, und da er mich nicht direkt berührte, sondern nur den Ball, war es auch kein Foul. Doch davon lies ich mich nicht entmutigen, im Gegenteil, es machte mir von Niederlage zu Niederlage immer mehr Spaß, da ich endlich wieder jemand gefunden hatte, den ich unbedingt schlagen wollte. Am Ende stand es, dank unserer guten Zusammenarbeit und trotz des starken Gegners, sechs zu drei, für die Gegner. Wir waren stolz, trotzdem 3 Tore ergattert zu haben und waren damit zufrieden. Ich ging auf den Jungen zu und reichte ihm die Hand, um mich, zu aller erst, für das Gute Game zu bedanken und mich zu verabschieden, da wir ja nur einmal, gegen jede Mannschaft, antreten würden. Er nahm die Hand, grinsend an. „Danke, für das spannende Spiel. Würde gerne mal wieder gegen dich antreten, wenn’s möglich ist. Mein Name ist Takaya.“ Ich grinste auch, während ich ihm die Hand schüttelte.

„Gerne, war ganz schön anstrengend und interessant gegen dich zu spielen. Mein Name ist Akira.“ „Freut mich. Übrigens, da gibt es noch einen Ray, gegen den du spielen wirst, der wird es dir auch nicht leicht machen! Also, man sieht sich.“ Ich drehte mich um und lief, nachdem ich meinem Team Bescheid gegeben hatte, zu den Baderäumen rüber, um den Dreck abzuwaschen und da ich sowieso erst nach drei weiteren Games wieder dran war, hatte ich Zeit. Dort angekommen, sah ich mich nach dem Jungen-Bad um und sah, durch den Dampf, endlich das richtige Symbol. Ich lief rein und sah mich um. Wow, ein Gemeinschaftsdampfbad und mehrere Duschkabinen, für maximal fünf Personen. Krank, was es hier alles gibt.“ Ich folgte den Hinweisen, zur Umkleide und war froh, dass hier wohl noch keiner war. Somit, konnte ich alles in Ruhe erkunden. Ich bewegte mich zu einem Regal, welches mehrere Fächer besaß und mit Körben gefüllt war. In jedem Korb war ein Handtuch, sorgfältig, rein gelegt worden. „Mir gefällt es hier immer besser. Ist ja wie ein Onsen!“ ich nahm ein Badetuch, aus einem der Körbe, raus, zog ich mich dann aus und stopfte die Sachen in den, nun leeren, Korb, um diesen dann wieder, ins Regal, zurück zu stellen. „Gemeinschaftsbad oder Duschkabinen? … Erstmal zu den Kabinen!“ mit meinem Tuch lief ich zu den Duschräumen und wählte gleich den ersten Raum. „Ah Yuuka, bist du zurück von der Toilette?“ Mei, das Mädchen mit der besonderen Haarfarbe, saß auf einem Badehocker und seifte sich gerade ein.

Mein Mund klappte komplett auf und ich wurde rot. „Yuuka?“ fragte sie und drehte sich zu mir um. Die ersten paar Sekunden war Stille, von beiden Seiten. Bild1 Ich starte sie nur weiter an und konnte den Blick nicht abwenden, doch plötzlich fing sie an zu schreien. „Ecchi!!! Perverser!!!“ sie warf mit ihrem Shampoo, mit ihrem Duschgel und dann mit dem eingeseiften Schwamm, wobei sie mit der anderen Hand ihre Oberweite schützte. Der Schwamm traf mich direkt ins Gesicht und ich bekam Seife in die Augen. „Arghh!!! Das brennt!!!“ ich versuchte mir die Seife aus den Augen zu reiben, machte dadurch aber alles nur noch schlimmer. „Was ist denn hier los?“ eine zweite Stimme näherte sich den Duschräumen.

Mit einem Auge schaute ich nach links und erblickte das Mädchen, dass wohl Yuuka hieß, im Gegensatz zu Mei besaß sie eine bereits gewaltige Oberweite, für ihr Alter hatte. //Argh, wo schau bloß ich hin!!!// „Kyahhh! Was bist du den für einer? Selbst ein Spanner kann sowas besser als du!!!“ Yuuka klammerte sich, mit einer Hand, ihr loses Badetuch an ihren Körper und bewarf mich mit Gegenständen, die in ihrer Reichweite standen. Dazu gehörten weitere Duschgels, Räucherstäbchen, Plastikhocker und ähnliches. „Stopp, Aua! Das ist ein Missverständnis. Ich dachte das wäre das Jungenbad! Und ich dachte auch, ich wäre hier alleine, ich hab niemanden gesehen!“ ich versuchte mich zu erklären, doch wurden weiter Gegenstände nach mir geworfen und ich dadurch in die Ecke gedrängt. „Klar! Schöne ausrede und klar hast du die 2 weiteren Körbe, mit BHs, übersehen.“ Meinte Yuuka. „Ich hab die wirklich nicht gesehen!! Ich schwör‘s. Ich weiß auch nicht warum hier nicht das Jungenbad ist!!! Und ich hab auch nichts gesehen. Nur den Rücken!“ gut Yuukas Oberweite auch, aber davon sagte ich lieber nichts. Weiter versuchte ich die Seife weg zu bekommen und kniff nur noch die Augen zu, um weitere Unannehmlichkeiten zu verhindern. Ich hörte nur Yuuka schnauben und fühlte dann, wie Wasser über mein Gesicht floss.

„Warum hilfst du ihm noch? Er wollte nur deine mickrigen Titten anglotzen.“ Meinte Yuuka. „Uhm, ich, ahh“ stammelte sie nur und ich konnte an ihrer Stimme ablesen, dass sie wohl rot wurde. Kein Wunder, so wie Yuuka sprach wäre selbst ein Elefant vor Scham im Boden versunken. Trotzdem nutzte ich die Zeit, um schnell den Schaum los zu werden. „Geh jetzt besser, oder ich werfe gleich was Großes nach dir!“ drohte Yuuka. Ich legte mir schnell das Tuch um die Hüfte und rannte um mein Leben. „Ich hab mich wirklich im Badehaus geirrt!!!“ schrie ich nochmal, um vielleicht wenigstens Mei davon zu überzeugen, immerhin war sie dazu bereit gewesen mir zu helfen. Das lag aber wohl nur an ihrer Gutherzigkeit. Endlich im Umkleideraum angekommen, packte ich schnell meine Sachen aus dem Korb und bemerkte nun die, zwei anderen, gefüllten Körbe. Wütend, auf mich selbst, dass ich sie eben noch nicht bemerkt hatte, verflüchtigte ich mich schnell aus dem Mädchenwaschhaus, bevor noch weitere Mädchen die Idee bekamen zu duschen. Und richtig gedacht. Kaum war ich aus dem Haus raus, kamen mir schon Mädchen entgegen, die unterschiedlich darauf reagierten, mich nur mit einem Badetuch bekleidet aus ihrem Badehaus flüchten zu sehen. Schnell ging ich ins gegenüberliegende Gebäude rein, um dort endlich zur Ruhe zu kommen.
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Nerio


Kai lehnte grinsend an einem Baum und sah erst zu mir herüber, als ich fast bei ihm war. „Hi, mein süßer Eiszapfen.“ Seine eisblauen Augen schienen zu leuchten, als er diesen nervenden Spitznamen verwendete. Ich schenkte ihm einen abfälligen Blick, und sah mich um. In einigen der kleinen Bungalows war das Licht schon aus, in anderen konnte man die Kinder noch rumrennen und rumhüpfen sehen, manche Kinder liefen auch draußen noch herum. Ich sah wieder zu Kai „Und, hast du schon jemand im Auge?“ Er fing an eine Melodie zu summen und nach vorn zu starren, das tat er allerdings nur ein paar Sekunden lang, dann sah er wieder zu mir. „Nein“ seiner Antwort folgte ein freches Grinsen, „Du hast bestimmt schon jemand im Auge, nicht wahr?“ Ich sagte noch nichts, meine Gedanken schweiften ab, zurück zu einer Szene, die nicht all zulange her war. Ein Zweikampf zwischen zwei Jungen, einer orangefarbene, der andere blaue Haare, die sich um einen Ball stritten. Der Junge mit den blauen Haaren fiel zu Boden, nachdem er versucht hatte dem anderen den Ball abzunehmen, und dabei gescheitert war. Sofort sprang er wieder auf, und in seinen Augen war keine Wut oder Enttäuschung, seine grauen Augen leuchteten, sie waren zuversichtlich und unbeugsam, und gefüllt mit Spaß. Noch weitere ähnliche Situationen gingen mir durch den Kopf.

Kais Augen betrachteten mich wissend „Oh ja, du hast einen.“ „Die anderen sind auch schon weiter als du.“ Ich sah zu den Bädern, aus einem dieser lief gerade Nami raus, gefolgt von zwei Mädchen, das eine schimpfte, das andere zog den Hals schuldbewusst ein, und Nami schien dem schimpfenden Mädchen Zustimmung zu geben. Als Nami jedoch wieder etwas sagte, wurde das vorher beschimpfte Mädchen aktiver, und redete auf sie ein, als wöllte sie etwas verhindern. Ich sah wieder zu Kai „Du solltest auch sehen, dass du voran kommst, uns läuft die Zeit davon.“ Kai war wohl meinem Blick gefolgt, denn er blickte immer noch zu Nami, dann sah er zu mir „Ok ich hab mich entschieden.“

Ich schloss meine Augen, genervt, er hatte mal wieder eine seiner Momententscheidungen getroffen, ich öffnete meine Augen wieder, sein Grinsen war so breit, wie das eines Pferdes. „Du weißt schon, dass man solche Entscheidungen bedacht treffen sollte.“ „Was denn?“ fragte er unschuldig „Ich habe meine Entscheidung doch bedacht, zweieinhalb Sekunden lang.“ Ich schloss erneut die Augen, Kai mochte es mich zu reizen, und öffnete sie dann wieder „Nun gut, das musst du entscheiden, vielleicht ist es sogar gut so, dein Instinkt ist meistens eh zuverlässiger als dein Verstand.“ Sein größer werdendes Grinsen, zeigte seine Zufriedenheit, über das wissen mich aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben, meine sachliche Beleidigung schien ihn aber nicht weiter zu stören. Ich wollte auch noch jemand anderen treffen, darum ging ich zum Sportplatz.

Ich brauchte nicht lange, um die Person zu finden, die ich suchte, denn ihre schwarzen Haare hatten im Mondlicht ein helles Schimmern was Enya fast schon zu einem Leuchtturm machte, der den Weg wies. Ihr Blick war fest auf eine Gruppe von Jungen gerichtet, die auf dem Feld, immer noch, Fußball spielten. „Enya“ Sie schreckte leicht auf, als sie ihren Namen hörte, und blickte zu mir. „Oh Nerio, ich habe dich gar nicht kommen gehört.“ Meinte sie, und sah dann wieder zu den Jugendlichen, „Was bringt dich denn, so spät, wieder hier her?“ „Du hast ihn schon gefunden oder?“ Ihr blick zeigte leichte Überraschung, flog dann aber wieder zu den Kindern.

„Was hat mich verraten?“ Fragte sie interessiert. „Nicht viel.“ Ich folgte ihrem Blick, und fand den Jungen mit den orangefarbenen Haaren, „Du hast ihn aber inzwischen die meiste Zeit im Auge. Enya blickte wieder zu mir „Ist es wirklich das Richtige? Wir nehmen ihnen ihre Kindheit.“ In Enyas grünen Augen spiegelte sich Sorge wieder. Ich sah wieder zu dem Jungen, ihm wurde der Ball weggenommen, doch er sprang sofort hinterher, und versuchte den Ball zurück zu bekommen. Meine Augen trafen wieder Enyas, die Sorge war nicht gewichen, erwartungsvoll flehten sie nach einer Antwort, einem Ausweg, aus dieser Situation.

„Wir haben keine Wahl. Wir brauchen sie, ansonsten verlieren alle ihre Kindheit.“ Erklärte ich sachlich. Trauer, dann Scham, und schließlich Zorn, traten in Enyas Augen, bis sie feurig leuchteten. „Aber wir können ihnen zumindest, soweit es in unseren Fähigkeiten liegt, trotzdem noch eine schöne Jugend bieten, auch wenn sie—Nein, gerade weil sie, so eine schwere Last, mit uns, tragen müssen.“ Enya nickte, sah danach aber zu Boden. Ich konnte sie verstehen, für sie waren all diese Kinder, ihre kleinen Geschwister, Leben, die es wert waren, behütet zu werden, doch diesen Luxus konnten wir uns nicht leisten, und das wusste auch sie.
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Nami


Zeit: Abends

Ich nahm, nach dem die Spiele und Auswertungen vorbei waren, zusammen mit Enya, die Mädchen in die Küche mit und teilten sie in zwei Kochgruppen auf, während Kai und Nerio die Jungs nach draußen nahmen, um mit ihnen ein Baumhaus zu bauen. Die Mädchen schauten sich genauer, in der großen Küche, um und man konnte ein stauendes keuchen vernehmen, da sie wohl mit so einer riesigen Küche nicht gerechnet hatten, denn jeder hatte genug Platz zum Arbeiten. „Ich dacht wir wären zu viele, aber gut, ich nehme meine Vermutung zurück. Die Küche ist echt riesig!“ meinte Yuuka. Ich mochte Yuuka nicht besonders, da sie fast immer etwas anzumerken hatte und Mei öfters grob behandelte.

„Super Yuuka, dass man dich mal zufrieden stellen konnte:“ meinte ich ironisch. „So, die erste Gruppe bereitet mit mir Curry zu.“ Warf ich schnell ein, bevor Yuuka mir etwas, mit ihrer großen Klappe, entgegen werfen konnte und vernahm einige zufriedene Laute. „Ich hingegen, werde mit euch Kekse und Pudding, für den Nachtisch, vorbereiten.“ Meinte Enya lächelnd und sah mitunter Yuuka und Mei an, die in ihrer Gruppe zugeteilt waren. „Kekse!!!“ Yuukas Augen leuchteten plötzlich. „Man! Ich will in die Curry Gruppe!“ grummelten ein besonders freches Mädchen und einige andere stimmten zu. „Dann geht doch und vermiest meine Laune nicht mit eurem Gemecker.“ Schnauzte Yuuka.

„Argh, du gehst mir auf die Nerven Weib. Warum muss ich ausgerechnet immer mit dir in einer Gruppe landen?! Wir sind im gleichen Bungalow untergekommen und nun teilen wir auch noch die gleiche Kochgruppe. Immer musst du dein Maul aufreißen und deine Meinung Kund tun. Das nervt einfach!“ meinte das Mädchen, welches sich gewünscht hatte, in der Curry Gruppe zu sein. „Ach, Akira, sei doch einfach still! Du nervst selbst!“ Yuuka stellte sich an die, mit den richtigen Utensilien gefüllte, Theke. „Pass auf, ja?!“ Akira stellte sich Yuuka entgegen. „Willst du dich mit mir anlegen?“ Yuuka grinste. Noch beobachtete ich dieses Spektakel, blieb aber bereit, um eingreifen zu können, wenn es eskalieren sollte. Ich schaute in Yuukas grinsendes, sicheres Gesicht und mir fielen ihre rosafarbenen Augen auf, in denen sich ein flimmern bewegte, welches tanzte wie ein Tornado.

Ich blinzelte für einen Moment und das flimmern war aus Yuukas Augen verschwunden, denn Mei stellte sich zwischen die beiden streitenden Personen und trennte sie voneinander. „Hört auf ihr beiden! Ich möchte nicht, dass ihr streitet. Das Camp ist doch dafür da, damit wir lernen miteinander aus zukommen.“ Ich konnte die starken negativen Energiewellen, beider wütenden Mädchen, fühlen, spürte aber auch eine dritte, sanfte und beruhigende Welle, von Mei ausgehend. Wieder wurde ich verblüfft und schaute zu Enya, die wohl ebenso bemerkte, was gerade los war, denn auch sie sah mich erstaunt an. „Mei, geh aus dem Weg. Du störst nur, um dieser kleine Mistkröte das Maul zu stopfen.“ Meinte Yuuka und schob sie beiseite, während sie Akira nicht aus den Augen ließ. „Mistkröte?! Na warte!“ Akira stürmte auf sie los und das Desaster nahm seinen Lauf. Die beiden rauften und wälzten sich auf den Boden herum und die anderen bildeten einen Kreis um sie.

„Hey, stopp. Was macht ihr denn da?!“ ich wollte auf die beiden zulaufen, um sie sofort von einander zu trennen, doch Enya kam mir zuvor. Sie packte die beiden Mädchen, am Hinterkopf und stieß deren Stirnen gegeneinander, sodass plötzlich ruhe im Raum herrschte, denn auch die restlichen Kinder hielten die Luft an. „Wenn ihr wieder klar im Kopf seid, könnt ihr wieder mitmachen. Solange-„ sie zog die beiden verwirrten Mädchen an den Armen hoch, schleppte sie aus der Küche, um sie vor der Tür zu positionieren und gab beiden jeweils zwei volle Eimer mit Wasser, die sie die Zeit halten sollten, solange sie draußen standen. „-bleibt ihr hier draußen und haltet die Eimer fest!“ Enya knallte die Tür zu und fing, mit mir und den restlichen Kindern, nun die Vorbereitungen an. „Teilt euch in weitere kleinere Gruppen auf, jede Gruppe kocht oder bäckt dann unabhängig. Holt die jeweiligen Zutaten, die auf eurem Zettel steht. Messt diese ab und beginnt mit der beschriebenen Zubereitung.“ Erklärte Enya schroff. Die Kinder starrten sie und blieben in einer Starren Position Ich stupste ihr leicht in die Seite.

„Sie sind ein wenig schockiert und nicht in der Lage gerade zu reagieren.“ Flüsterte ich ihr zu. „Bitte?“ sie blinzelte mich an und war wieder die alte. „Du weißt schon, deine übliche Art…“ ich drehte mich daraufhin zu den Kindern um. „Enya meinte ihr dürft anfangen.“ erklärte ich freundlich und lächelte alle an. Die Menge bewegte sich allmählich und die Kinder besorgten die Zutaten. Bei der Suche nach den Zutaten verwandelte, sich die Küche kurzeitig in den Schauplatz einer chaotischen Schnitzeljagd, wobei der steife Umgang, in den Gruppen, langsam erlosch und auch Enyas Temperament in Vergessenheit fiel. Ich sah mich um und entdeckte eine verwirrte und ratlose Mei, die wohl auf Yuuka und Akira wartete. Denn ihre Gruppe hatte alles beisammen, fing aber mit der Arbeit nicht an.

Ich bewegte mich auf die Gruppe zu, obwohl sie eigentlich Enya zugeteilt war. „Wieso beginnt ihr nicht?“ fragte ich Mei und ging in die Hocke, um auf Augenhöhe mit ihr zu sein. Ihre grünen Reh Augen blickten in die meine. „Wir- Wir warten auf Yuuka und Akira. E-Es wäre unfair, ohne die beiden zu beginnen.“ Erklärte sie mir, etwas unsicher, blickte mich aber weiterhin, mit starren Augen an, als würde sie etwas verpassen, wenn sie blinzeln würde. Ich wich ein wenig zurück. „Ist… etwas?“ fragte ich sie. Doch sie schüttelte nur sanft den Kopf, sodass ihre langen, leicht gewellten Haare auf und ab sprangen und lächelte mich an. „…Okay ich, ich kümmere mich dann mal darum, dass die beiden zurück kommen.“ ich stand wieder auf und ging zum Küchenausgang, um zum Flur zu gelangen. Dort standen die beiden wortlos nebeneinander. „Habt ihr euch wieder beruhigt? Wieso kommt ihr nicht wieder rein? Eure Gruppe wartet auf euch. Ich glaube, sie werden nicht anfangen, bis ihr zurückkommt, und dann gäbe es ja weniger Kekse…“ überlegte ich laut wobei ich den Zeigefinger an mein Kinn legte und an die Decke starrte. „Kekse?!“ Yuuka funkelte mich mit strahlenden Augen an, doch plötzlich verebbte ihre fröhliche Mimik, in eine unschöne Grimasse, die das andere Mädchen von Anfang an hatte. „Was ist denn? Warum ziehst ihr denn solche Gesichter?“ Fragte ich die beiden verwirrt. „Weil da drin eine Furie ist!“ meinten die beiden im Chor und gingen sich Ausnahmsweise mal nicht an den Kragen.

Ich lächelte entschuldigend. „Das ist ihr Temperament, sie meint es eigentlich gar nicht so und ihr ist es auch nicht bewusst, wie grob sie manchmal sein kann.“ Erklärte ich. Die beiden blickten mich verwundert an. „Sie merkt sowas nicht?!“ fragte Yuuka mich. Ich schüttelte daraufhin nur den Kopf und lächelte wieder. „Aber wie gesagt, sie hat sich schon längst wieder beruhigt. Kommt schon, eure Gruppe wartet.“ Wiederholte ich mich und nahm ihnen die Eimer ab, die sie weiterhin brav trugen. Sie gaben schnell klein bei und folgten mir dann in die Küche, um sofort in der Gruppe zu helfen, damit, am Ende, auch ja genügend Kekse vorhanden sein würden.
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Ray


„Au“ Mein Daumen schmerzte höllisch, ich legte den Hammer, mit dem ich ihn versehentlich getroffen hatte, beiseite und sah mir meinen Daumen an, er war zwar leicht rot, aber ansonsten war nichts von den Schmerzen zu sehen, die ich spürte. „Alles okay?“ fragte Kai mich, der sich umgedreht hatte und zu mir gekommen war. „Ja, hab mir nur leicht auf den Daumen gehau‘n.“ meinte ich leichthin, und griff wieder nach dem Hammer, um den Nagel, der noch im Holzbrett hing, vollständig einzuschlagen. Kai warf einen kurzen Blick auf meinen Finger, „Okay, aber nicht nochmal drauf hauen.“ Ich verdrehte die Augen, woraufhin er grinsend einem der anderen Jungs helfen ging. Ich betrachtete meinen leicht roten Daumen nochmal kurz, fing dann aber wieder an den Nagel weiter einzuschlagen.

Nach zwei weiteren Nägeln war ich fertig, und auch wenn ich mir auf den Daumen geschlagen hatte, so hatte es bis jetzt doch Spaß gemacht. Ich warf einen Blick runter, vom angefangenen Baumhaus, auf dem ich saß, und konnte Takaya sehen, der gerade, mit einem anderen Jungen zusammen, ein Holzbrett unter dieses Baumhaus legte. Ich sah mich um, die anderen Baumhäuser waren ungefähr genausoweit, wie dieses, zumindest von denen, die ich sehen konnte. „Hey Ray, wenn du Zeit hast in der Gegend rum zu glotzen, dann komm runter und Hilf Bretter tragen.“ Konnte ich Takayas Stimme von unten vernehmen. Ich sah wieder zu ihm herunter, sein T-Shirt klebte, vom Schweiß verdunkelt, an seinem Hals, unter seinen Achseln, und vermutlich auch an seinem Rücken. Ich hingegen hatte bis jetzt kaum geschwitzt. „Na gut, wenn‘s sein muss.“ Ich ging zur Treppe, und kletterte hinunter.

„Komm mit.“ Meinte Takaya und ich folgte ihm, als er wieder zu einem der großen Stapel von Brettern ging, welche die Betreuer für uns besorgt hatten. Beide packten wir an, Takaya vorne, ich hinten, dann hoben wir das Brett hoch. Ich sah mich kurz um, und mein Blick viel dabei durch das geöffnete Fenster, von der Küche, in der sich die Mädchen gerade befanden. Scheinbar hatte Yuuka sich mal wieder mit einem Mädchen angelegt, denn sie schrien sich an, man konnte sogar fetzen davon hören. Gerade wollte ich wegsehen, da trat Enya an die beiden Mädchen heran. „Au, das hat bestimmt wehgetan.“ Meinte ich. Takaya sah zu mir, folgte meinem Blick, und sah mich dann wieder verwirrt an. „Was ist den passiert?“

„Enya hat den beiden Mädchen die Köpfe zusammengeknallt.“ Erklärte ich ihm. „Was?“ fragte er schockiert, musste dann aber lachen, „ok, das ist zumindest mal was neues.“ Ich musste auch ein bisschen grinsen, immerhin hatten die Streithühner es ja verdient. Nachdem ich und Takaya dieses und zwei weitere Bretter zum Haus gebracht, und das nächste geholt hatten, wagte ich wieder einen Blick in die Küche. Enya, Yuuka und ich glaube der Name war Mei, waren gut zu sehen, Enya hatte gerade ein Blech in der Hand, und verschwand, als sie sich für etwas bückte. Während Mei Plätzchen mit Schokolade dekorierte. Zwar tat Yuuka, so wie ich es erwartet hatte gerade nichts, dafür überraschte sie mich dadurch, dass sie voller Vorfreude hinter Mei hin und her hüpfte. Bild2 „Gibt also doch etwas, was ihr hier gefällt.“ Murmelte ich. „Hmm, was ist?“ fragte Takaya, ohne sich um zu drehen. „Ach, die Mädchen backen gerade dort drüben.“ Meinte ich leichthin. Dann hörte ich ein dumpfes Geräusch vom Holzbalken ausgehen und erhielt einen Stoß, von diesem gegen meine Schulter, weswegen ich stehenbleiben musste. „Ist was?“ fragte ich, er hielt sich die Hand über den Mund, und seine Backe wirkte merkwürdig rot.

„Nein, alles ok.“ Sagte Takaya „Hab nur lachen müssen.“ „Wieso denn?“ fragte ich nach, aber er drehte sich nach vorne. „Nicht so wichtig, komm wir bringen noch das Brett hin und helfen dann noch, sie hoch zu tragen.“ Also gingen wir weiter, als wir dann das erste Brett mühsam auf den Baum hoch gebracht hatten, sahen wir uns um. Das Baumhaus war, bis auf das Dach, schon vollständig fertig. „Wenn wir das Dach haben, könnt ihr toben.“ Meinte Kai, und kam, mit einem Grinsen, auf uns zu. „Wenn ihr dann noch die Energie dafür habt.“ Nach etwa einer halben Stunde, hatte unsere Gruppe dann schließlich unser Baumhaus fertig gebaut. Erschöpft setzten wir uns hin, Takaya mir gegenüber. „Das sind Sklaventreiber.“ Scherzte ich, und Takaya kichert.

„Ja, aber sieh dich mal an.“ Meinte er, und zeigte auf mein T-Shirt „Bist du überhaupt ein Mensch?“ Verwirrt sah ich an mir herunter und dann nochmal zu ihm, erst dann begriff ich was er meinte. Mein T-Shirt hatte nur drei, ganz kleine, Schweißflecken, zwei unter meinen Achseln und einer an meinem Hals. Während Takaya hingehen kein T-Shirt, sondern nur noch einen großen Schweißflecken am Leib trug. „Ich schwitze halt nicht so viel wie andere.“ Meinte ich nur grinsend, und Takaya verdrehte die Augen. Kai kam zu uns geschlendert, „Hey ihr zwei, die Mädchen sind fertig mit dem Kochen, wenn ihr den Weg runter vom Baumhaus noch schafft, gibt’s was zu essen. „Oh, das bekommen wir grad so noch hin.“ Scherzte Takaya und stand auf. Ich stand auch auf „Hunger hab ich genug.“ Und mein Magen knurrte, auf dem Weg nach unten.

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