Hase Die Entscheidung Hase

Kai

Datum: 30.06.2010


Es verging ein Tag und wir saßen nun, zum Abendessen, um ein großes Lagerfeuer beisammen. Wir erzählten uns in kleinen Gruppen Geschichten während wir aßen. Da ich bei Yuuka sitzen wollte, war auch Mei dabei, doch gesellten sich ein paar der etwas älteren Mädchen zu uns. Die Geschichten handelten sich um Gruselgeschichten, Reale Geschichte, Abenteuer Geschichten und vieles mehr. Yuuka allerdings, erzählte über ihr Arbeitsleben auf dem Feld. Sie wirkte sehr stolz und erwachsen, da man in ihrem Alter ja eigentlich eher auf andere Dinge fixiert ist, doch bemerkte man schnell, dass sie deswegen keinesfalls glücklich war. Sobald jemand anders anfing zu erzählen, was er mit seiner Familie unternommen hatte, wo es hin ging, in den Urlaub, oder andere Dinge die für ein Kind, in dem Alter normal gewesen wäre, sah man sofort wie sich ihre Mundwinkel nach unten zogen. Mei, die neben ihr saß, ging es ebenso. Wie ich mitbekommen hatte lebte sie in einem Waisenhaus. "Tut einem ja schon Leid…" dachte ich mir und beobachtete die beiden weiter. „Herr Elyan, erzählen sie doch mal was von sich!“ fügte eines der Mädchen, welches bei uns saß plötzlich in der Runde ein. „Über mich? Also ich könnte so viel erzählen, immerhin habe ich nach Nerio das meiste miterlebt. Da wart ihr, noch nicht mal annährend geplant.“ Ich konnte nach meinen Satz ein räuspern vernehmen und blickte in die fragende Runde, um den Besitzer der Stimme zu finden.

Kana, meine Trainerin, funkelte mich böse an da ich zuviel redete. „Wie alt sind sie denn dann Herr Elyan? Sie wirken so jung.“ Fragte das Mädchen von eben erneut. „Lass die höfliche Anrede und nenn mich doch einfach Kai, okay?“ ich lächelte sie an. „O-okay…Kai.“ sie strahlte mich an. „Oh Gott, ist ja widerlich!“ meldete sich plötzlich Yuuka wieder zu Wort und zwängte sich, da sie aufstand, zwischen dem Mädchen und mich. „Ich hol mir was zu trinken. Mei, kommst du mit?“ fragte sie und stieg über den Baum, auf dem sie gerade noch saß, um dann auch schon los zugehen. Mei nickte nur schnell und folgte ihr dann. Ich sah den beiden hinterher.

„Sowas mag ich ja. Im Übrigen-„ ich drehte mich dem Mädchen mit der Frage wieder zu und nahm ihre Hand. „Ich bin 18 Jahre alt milady.“ Ich gab ihr einen Handkuss und stand dann auch gleich auf, um Yuuka nachzulaufen, während das Mädchen sich toal freute. Kana rief mir unter den Kreisch Anfall der anderen Mädchen hinterher das ich warten solle und das Chaos welches ich nun verlies, regeln sollte. „Du regelst das schon selbst.“ Meinte ich nur und grinste während ich winkend weiterging, um Yuuka und Mei einzuholen. „Hey ihr beiden, wartet mal.“ Rief ich und Mei blickte zu mir nach hinten. Sie hielt inne und hielt Yuuka am Ärmel ihres Oberteils fest. „Was ist denn nun schon wieder?“ hörte ich Yuuka klagen. „Ich würde gerne mit dir sprechen, Yuuka. Mei könntest du bitte allein die Getränke für sie und dich holen?“ bat ich sie freundlich.

„Oh, ehm, natürlich. Bis gleich Yuuka.“ Sie lief hopsend weiter ohne einen Sturzflug hinzulegen und ich drehte mich wieder Yuuka zu. „Was willst du?“ fragte sie mich regelrecht angriffslustig. „Wow wow, ruhig Blut. Ich will dir nur eine Frage stellen.“ Ich lief zum Waldrand und winkte sie mir zu. Zögernd folgte sie mir und schaute mich skeptisch an. „Ich tu dir schon nichts.“ Ich musste über ihre Unsicherheit grinsen und ließ mich auf einen Baumstumpf nieder.

Sie blieb mit etwas Abstand vor mir stehen und verschränkte ihre Arme. „Also?“ fragte sie erneut. „Die Zeit rennt dir schon nicht davon. Aber gut ich komm sofort auf den Punkt. Willst du meine Partnerin werden?“ fragte ich ohne weitere Erklärungen. Sie wurde plötzlich ganz rot im Gesicht und wirkte irgendwie überrumpelt. „Eh….stopp.“ Sie zeigte auf sich und dann auf mich. Das immer wieder abwechselnd. Ich musste mir dabei ein Grinsen unterdrücken und nickte nur. „Du und i-ich….P-Partner? Ich 14 du…18?“ sie fing immer mehr an zu stottern, doch ich nickte nur weiter und versuchte mir nun schon ein Lachen zu verkneifen.

"Ich glaube sowas erlebt man bei ihr selten, so wie ich sie kennengelernt habe. Schon lustig." dachte ich mir nur. „Also du…d-du bist...das Alter geht schon ein wenig auseinander, also, ja…“ sie ließ ihre Hände, die sie bis eben noch verschränkt hatte, fallen und strich sich mit der rechten verlegend den linken Unterarm. Ich prustete nun ein wenig, da ich es nicht mehr zurückhalten konnte. „Also weißt du so meinte ich das ja nicht!.“ ich stand auf und Griff nach ihrer Hand, wobei sie sich wieder zu wehren anfing und wegen meines lachens puterrot anlief. Ich schätzte mal aus Wut und Pein. Naja, gut verständlich. „Was meinst du dann!!!“ fragte sie und versuchte sich los zumachen, doch entkam sie meinen festen und doch sanften Griff nicht.

„Immer ruhig, ich mach schon nichts weiter. Also keine Panik.“ Ich bleib ganz gelassen und blickte sie nur schmunzelnd an. „Dann erklär endlich was du genau mit „Partner“ meinst, verdammt nochmal!!!“ fing sie langsam an zu schreien. „Also wenn du noch lauter wirst muss ich dich küssen, anders kann ich dich ja nicht zur Ruhe bringen sonst rennst du mir ja weg.“ Sie hielt inne und schrak von mir, mit ihrem Gesicht zurück. Wieder musste ich prusten, da sie alles so ernst nahm.

„Ich denke sowas wird man von dir nicht öfters zu Gesicht bekommen.“ Ich konnte es mir nicht verkneifen das Gespräch länger hinzuziehen als gedacht. „Ha-ha, witzig! Jetzt erklär bitte endlich was los ist, oder ich knall dir eine!“ meinte sie drohend. „Hätte ich zwar keine Angst vor, aber ich will ja nicht das du dir dein zartes Händchen wund schlägst. Hm, wie beginne ich. Okay beginnen wir mit unserer Vorgeschichte. Ca. 2000 Jahre vor uns, hat der Jahresengel, der höchste Engel in der Hierarchie, seine vier Jahreszeitessenzen genommen und hat unsere Väter mit dieser Kraft erschaffen, meiner ist der Engel es Frühlings-„ ich grinste kurz und es fegte eine angenehme Briese über das Feld, bevor ich weiter erzählte. „Er und drei weitere machten sich auf der Erde auf die Suchen nach 4 Priesterinnen. Jede Priesterin beherrschte ein Element, Wind, Wasser, Erde und Feuer. Beide Seiten, na du weißt schon-„ ich knallte kurz meine rechte Faust ein paar Mal in Linke Handfläche, um ihr mit der Handsprache die Paarung zu symbolisieren und legte dann beide Arme zurück um ihre Taille. Sie verzog dabei ihr Gesicht, dass ich leicht lachen musste, wusste aber somit, dass sie mich verstanden hatte und fuhr fort. „Dabei wurde ich und 3 weitere erschaffen. Und jetzt kämpfen wir gegen die Tsumitsukai.

Tsumitsukai sind hinterlistige Dämonen und anderes, die versuchen den Menschen zu Schaden. Ihr Boss heißt Tylsim. Nicht zu unterschätzen, der hat‘s echt drauf. Nun ja, unser Problem ist nun, dass der Jahresengel, der uns jedes neues Jahr Kraft gespendet hat, sodass wir ohne Probleme weiterkämpfen konnten, von Tylsims Gefolgschaft nun entführt wurde. Heißt, wir müssen unsere Kräfte sparen. Das Camp wurde erst Ende letztes Jahr geplant und konnte leider erst jetzt ausgeführt werden. Das heißt also, wir haben keine neue Kraft tanken können und sind nun auf euch Kinder angewiesen. …Meine Auswahl bist du Yuuka. Du würdest zu mir, dem Frühlingsengel, passen der den Wind wiederspiegelt. Und du passt dich dem Wind am besten an, so wie du drauf bist.“ Ich musste erneut grinsen und beendete meine Geschichte. Sie schaute mich ausdruckslos an und hatte ihre Arme verschränkt, nun klatschte sie mit diesen aber in ihre Hände. „Bravo, tolle Geschichte. Und wann kommt der Weihnachtsmann bei mir angelaufen?“ fragte sie im ironischen Ton. „Hmm, weiß nicht?“ antwortete ich ihr wieder grinsend.

„Ach wirklich….wie traurig!“ sie verzog spielerisch ihre Miene und schaute mich traurig an, bis sie mich wieder argwöhnisch ansah. „Kannst jemand anderen verarschen, und nun lass mich los, du Pedomann Geschichtenerzähler!“ sie machte sich aus meinen Griff, den ich schon längst gelockert hatte, los und machte sich auf den Weg zurück zum Lagerfeuer. Ich grinste nur und hob meine Handfläche vor dem Mund, um dann einen leichten Hauch in ihre Richtung zu wehen. Dieser kleine Hauch, wurde zu einem schnellen aufbrausenden Wind und bewegte sich flink auf Yuuka zu, der dann ihren Rock leicht hochwehte und selbst ihr Shirt ein wenig hochrutschen lies, welches relativ eng an ihr saß. Der Wind machte nun um Yuuka kehrt und drängte sie zu mir zurück. „Kyahh, was, was passiert hier? Was ist das?!“ kreischte sie und genau vor mir, blieb sie dann wieder verwirrt umherschauend stehen. „So einfach lass ich dich nicht entkommen, kleines. Schau her, vielleicht glaubst du mir dann.“ Ich ließ einen kleinen kraftlosen Tornado auf meiner Hand wirbelen und zeigte ihr diesen. Ihre Augen weiteten sich und sie fing an zu schreien. „Hey, hey. Musst doch nicht gleich Angst haben, dir passiert schon nichts, was Stärkeres kann ich mir in meinem Zustand eh nicht erlauben.“

Ich fing wegen ihrer Reaktion an zu lachen und lies den Tornado verschwinden und das auch rechtzeitig. Mei kam an gehumpelt, wohl angelockt von Yuukas Schrei, weshalb ich sie nun schnell losließ. „Du kannst mir später eine Antwort geben“ flüsterte ich Yuuka zu, bevor sie sich von mir schnell entwand und zu Mei rannte. „Was ist los, hat er dir was getan? Ich kann ihn leider nicht hauen, schlagen oder treten. Ich kann ihm auch mit nichts drohen oder so! Aber ich werde ihn ausschimpfen! Versprochen!“ redete Mei wie in einem Wasserfall doch Yuuka hielt ihr nun den Mund zu und zog sie zum Lagerfeuer mit. „Es ist nichts, es ist alles okay!“ meinte sie nur und ohne mir noch einen Blick zuzuwerfen, verschwand sie mit Mei. „Also ich hab meine Aufgabe erledigt, sie kommt eh zurück.“ Meinte ich sicher und marschierte nun auch zum Lagerfeuer zurück, um mir eventuell weitere Geschichten anzuhören oder meinem Nerio-Eiskeks einen Besuch abzustatten.
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Enya


Ich sah mich zufrieden in der Runde um, die in Gruppen um das riesige Feuerlager saßen. „Scheinen alle zufrieden zu sein und immer noch genügend Essen zu haben. Dann kann ich mich ja auch setzten.“ Meinte Hiko der neben mir stand und ebenso die Runde ansah. „Da drüben scheint ja was los zu sein. Schau, Siara zieht sich schon genervt zurück.“ Er zog mich, am Handgelenk, mit zu der etwas größeren Gruppe und ich konnte Ray mittendrin erblicken, der Takaya gerade die Hand schüttelte. „Was wird denn hier gefeiert?“ fragte Hiko in die Runde und er zerrte mich mit, auf die, noch freien, Plätze eines gefällten Baumes. „Geburtstagsfeier des blauhaarigen dort.“ antwortete Siara ihm, zeigte auf Takaya und entfernte sich dann auch augenblicklich. „Herzlichen Glückwunsch. Wie alt bist du geworden?“ fragte ich nach. „Danke, Ich bin 14 geworden!“ Takaya grinste mich stolz an. „Kein Grund schon so stolz zu sein, bist ja nicht volljährig oder so geworden.“ Winkte Ray ab, der selbst schon 14 war und grinste.

„Hey! Jeder freut sich doch sicher wenn man älter wird!“ rechtfertigte sich Takaya und verschränkte seine Arme. Ich konnte darauf nur eine stumm verneinte Antwort geben. Ich würde bald hundert Jahre alt werden. Für Menschen sicher eine lange Zeit, für mich allerdings eine Qual. Wäre ich verheiratet, was so oder so eh nicht geht, hätte ich sicher schon meinen Mann überlebt. Und einen gleichgesinnten kann ich nicht heiraten da ich somit meinen Platz als Beschützerin der Menschheit verlassen würde. Ich schüttelte meinen Kopf um die Gedanken los zu werden, während sich neben mir jemand neues hinsaß. „Alles okay?“ fragte mich eine männliche Stimme und ich drehte meinen Kopf, um in die, vom Feuer erhellten, blauen Augen zu sehen die Ray gehörten. Meine grünen Augen weiteten sich vor Schreck und ich rückte ein wenig zurück. „Oh! Eh, ja alles okay. Tut mir Leid, war in Gedanken.“ Erklärte ich und wedelte meine Hände hin und her.

„Wollte dich nicht erschrecken. Ich darf doch du sagen? Du siehst zwar älter aus, wirkst aber trotzdem jung…“ Ray kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Kein Thema, ich nenn dich doch auch Ray. Du kannst mich Enya nennen.“ Ich lächelte und reichte ihm die Hand, die er sofort schüttelte. Dabei konnte ich plötzlich eine ungewöhnlich starke Temperatur aus seiner Hand entnehmen und auch er bemerkte etwas, denn er sah mich kurz verwirrt an und ließ dann wieder meine Hand los. „Kommt…kommt wohl vom Lagerfeuer.“ Meinte er rasch und sah zum Feuer. Ich grinste, denn mit diesem Ereignis hatte ich mich nun entschieden. „Ja, war wohl das Feuer…uhm könnte ich dich eventuell kurz ausborgen? Ich bräuchte deine Hilfe.“ Erklärte ich und stand auf während ich ihn fragend ansah. „Meine Hilfe? Wobei?“ „Wirst du schon sehen, komm“ ich stieg über den Baum und lief los.

Ray schaute mir ein paar Sekunden hinterher und stand dann auch auf. „Hey, Ray, wohin des Weges? Willst du nicht mehr mit mir und Riku zu meinen Geburtstag, anstoßen?“ hörte ich Takaya von hinten ein wenig jammern und war somit sicher das Ray mir folgte. Am Waldrand hielt ich inne und wartete dass Ray mich einholte, was relativ schnell, mit seinen langen Beinen, ging. Ich sah ihn verwirrt umher schauen, nach etwas suchen wobei ich seine Hilfe bräuchte. Doch er fand natürlich nichts und schaute mich schlussendlich fragend an. „Ich brauch nicht nur kurz deine Hilfe. So gesehen bin ich nun eine sehr lange Weile auf deine Hilfe angewiesen.“ Während ich zu erzählen begann lief ich auf ihn zu.

„Willst du mein Engelsflügel werden? Mir und 3 weiteren, die ebenfalls bald alle einen Engelsflügel bei sich haben werden, helfen das Böse zu bezwingen?“ fragte ich ohne tieferen Einblick in das wirkliche Geschehen, welches uns Engel so sehr plagte. Er sah mich nur verblüfft an und schüttelte verwirrt den Kopf. „Bitte was?“ er zog seine Brauen bei der Frage hoch und blickte mich mit großen Augen an. „Ich bin ein Zeitengel. Der Zeitengel des Sommers. Mein Element ist das Feuer. Und du, du bist mein Auserwählter. Ich hab dich beobachtet. Du bist mutig wie das Feuer, du sprühst vor Energie, bist aber auch sehr ungeduldig.“ erklärte ich weiter. „...Also ist ja sehr schön das mich eine hübsche Frau wie du beobachtet und meine Eigenschaften filtert. Aber ich verstehe immer noch nicht so recht. Zeitengel, Engelsflügel, Böses?“ fragte er verwirrt. Ich wurde ein wenig rot als er mich als hübsch bezeichnete. „Also wir Zeitengel wurden von den Jahresengel erschaffen und wir sind nun seit vielen Jahren hier auf der Erde, um die Menschen vor dem Bösen zu beschützen. Jedes Jahr füllt der Jahresengel unsere Kräfte auf, die auch circa nur ein Jahr halten. Kommt eben darauf an wie stark die Angriffe der Tsumitsukai sind. Die Tsumitsukai sind übrigens die Bösen. Wir nennen sie halt so um ihnen einen Namen zu geben. Ahh, ich schweif ab. Unser Problem ist, dass der Anführer der Tsumitsukai unseren Jahresengeln von seinen Lakaien hat entführen lassen.

Das bedeutet wiederrum, dass wir keine Kräfte haben, denn genau zum Jahresende hat sich das Arsch einfallen lassen unseren geliebten Engel zu entführen!“ ich wurde langsam wütend, doch das bemerkte ich nicht, ebenso wie Ray vorsichtshalber ein Stück zurückging. „Das heißt, wir konnten zum Ende hin keine Kräfte einsammeln. Und das heißt wieder, dass wir euch Menschen nicht beschützen können. Daraus resultieren das wir weder euch schützen können, noch das wir uns den Jahresengel zurückholen können. Den dazu sind nur wir in der Lage, da wir im Rang nach dem Jahresengel kommen. Immerhin hat er uns ja auch erschaffen, also logisch!“ ich wurde immer schneller in der Erklärung sodass er mir nicht folgen konnte. Er blickte mich nur ratlos an und ich seufzte weil ich ihm somit nochmal alles erklären durfte nur langsamer und ruhiger. Als ich endete sah er mich nur mit offenen Mund an und schwieg. Ich sah ihn wartend an und hoffte damit nicht nochmal alles erklären zu müssen. „Okay, ihr seid Engel, richtige Engel und kämpft gegen so…Art Dämonen die uns, die wir ja NIE sehen angreifen.“ Er nickte als verstände er. „Wo ist die versteckte Kamera? Also man hat mir ja schon vieles erzählt womit man mich reinlegen wollte. Aber die Geschichte ist der absolute Hammer.“ Er sah mich verständnislos an. „Ich erzähl kein Blödsinn, und nein das ist auch keine versteckte Kamera! Argh“ ich wühlte mir durch meine langen schwarzen Haare und überlegte wie ich es ihm beweisen konnte.

„Ich…ich bin eigentlich 94 Jahre alt, aber seit ich 18 bin hab ich mich äußerlich nicht mehr verändert. Ich wurde in Irland geboren, als das Land seine Unabhängigkeit zu England gefeiert hat.“ ich versuchte Dinge zu suchen die eine normale 18 Jährige nicht wissen konnte und überlegte Er schaute mich nur noch seltsamer an und schüttelte dann seinen Kopf. „Such dir jemand anderes der dumm ist. Ich geh wieder zurück.“ Er machte auf seinen Absatz kehrt und wollte gerade los gehen. „Du hast es doch auch bei unserem Händedruck gemerkt, dass deine Hand ganz plötzlich sehr warm wurde!!! Das ist erst nach unseren Körperkontakt passiert! Was denkst du warum ich dich danach endlich ansprach?! Weil ich mir natürlich sicher geworden bin!“ erklärte ich und er hielt inne. Ein paar Sekunden war es ruhig und ich konnte spüren, dass er darüber nachdachte. Doch wieder schüttelte er nur seinen Kopf. „Du hast selbst zugestimmt, dass es nur vom Lagerfeuer kam!“ meinte er und ging nun weiter.

„Gahh! Ray Honoda! Bleib stehen! Das war doch nur weil andere in der Nähe waren! Du verdammter sturer Blödkopf!!! Noch eine Eigenschaft die zu dem Feuer passt!!!“ schrie ich schon fast und war froh, dass wir abseits vom Lagerfeuer standen, den ich fing an zu rauchen. Ja wirklich, aus mir stieg überall Rauch empor. „Ich bin kein Blödkopf!“ meinte Ray und wandte sich wieder zu mir um, um auf mich zuzugehen, doch hielt er inne als er mich so sah. „….Du-Du rauchst….“ Meinte er nur und zeigte auf mich. „Ja natürlich rauch ich!! Aber das sind sicher keine Zigaretten die an meinen Körper befestigt sind und mit Zauberhand angezündet worden sind. Der steigt aus meinen Poren empor!!! Und warum?! Weil du Idiot mir nicht glaubst und mich das verdammt nochmal wütend macht!!! Gut okay dann glaub doch das es ein Witz ist, meinet wegen!!! Aber heul am Ende nicht, weil dir ein Dämon den Kopf abreißt, weil du nicht lernen konntest wie du dich zu wehr zu setzten hast!!!“ ich schnaubte. Doch Ray kam langsam wieder auf mich zu und stand nun direkt vor mir. Obwohl er erst 14 war hatte er mich in der Größe bald eingeholt. Er war vielleicht nur ein paar Zentimeter kleiner als ich. Wir sahen uns in die Augen und dann wandte sein Blick zu meinen Arm, aus dem immer noch Rauch quoll.

Er strich mit seiner Hand sanft über meinen Arm und der Rauch wand sich an seinen Fingern vorbei, um nach draußen zu dringen. „…Wie geil, du glühst ja auch richtig…und das ist sicher kein Scherz oder, nein schon okay“ er nahm sein zögern schnell zurück, als er einen erneuten Temperatur anstieg bemerkte und der Rauch kurzzeitig stärker wurde. „Wahnsinn…“ er ließ langsam seinen Hand über meinen Arm nach unten streichen und ließ mich dann auch los. „Und du bist dir sicher dass ich dir helfen kann? Und wie wird das überhaupt ablaufen?“ fragte er mich. Ich beruhigte mich langsam was man auch am verschwindenden Rauch bemerkte. „Sobald wir uns alle entschieden haben, und ich denke das haben wir, beenden wir das Camp ein paar Tage später. Das Camp war nur für die Auswahl organisiert worden. Danach geht’s zum Engelsrat wo ihr eure Kräfte bekommt. Nach dem Engelsrat geht’s in ein Training über. Dafür sind Chihei, Siara, Kana und Hiko zuständig. Ihr lernt dort mit euren Fähigkeiten umzugehen, mit Waffen und anderes. Eure Eltern werden erstmal die Erinnerung an euch genommen, wir wüssten nichts was wir Ihnen erzählen sollten was auch logisch klingt. Das wird zwar am Anfang schwer für euch, das kannich, denke ich, am besten verstehen, aber es ist notwendig. Ohne euch sind wir aufgeschmissen.“ Ich schaute gequält zu Boden.

„Gibt es, gibt es einen Grund das du es so gut verstehst?“ fragte er mich zögernd. Ich nickte. „Mit 18 Jahren musste ich endgültig Abschied von Ihnen nehmen. Nur meine Eltern wussten darüber Bescheid. Du musst wissen mein Vater ist so gesehen auch mal ein Engel gewesen. Er hat die Kraft des Jahresengels bekommen, wurde auf die Erde geschickt um eine Priesterin zu finden die das Element des Feuers behütete und naja, so entstand ich. Dabei verlor mein Vater aber die Unsterblichkeit, das heißt, er und meine Mutter sind nun schon Tod. Meine Geschwister durften davon nichts wissen, für sie war ich eine ganz normale Schwester. Als ich 18 wurde hieß es Goodbye zusagen da ich ab dem Alter ja nicht mehr äußerlich ändern würde. Ihnen wurden auch die Erinnerungen an mich genommen. Von daher, ich kann es sehr gut verstehen.“ Endete ich mit der Erklärung. „Tut mir Leid….Wer gehört noch zu den Engelsflügeln, sind das die restlichen 3 die hier sind? Die mit den Kastanienbraunen Haaren, Kai und Nerio?“ fragte er. Ich nickte. „Ja, Nami, Kai und Nerio gehören auch zu dem Quartett. Nerio ist unter uns der älteste. Er wurde in der Antike Griechenlands geboren und ist 1710 Jahre alt. Er ist der Winterengel und beherrscht das Element des Wassers.“ Ich fing an über die anderen zu erzählen doch Nerio schien ihn aus den Socken zuhauen und er setzte sich erschrocken auf einen Baumstumpf. „1710 Jahre….alter, das ist alt…und dem sieht man das auch nicht an….“ Meinte er schockiert. Ich musste über seine Reaktion lachen und setzte mich auf die andere Hälfte des Baumstumpfs.

„Ja, wir sind äußerlich alle 18 Jahre alt. Uhm, Kai wurde als nächstes geboren. In Deutschland, zur Mittelalter-Zeit. Er ist 911 Jahre alt. Er ist der Frühlingsengel und ihm gehorcht das Element Wind. Nami ist die drittälteste. Sie wurde hier in Japan, zur Edo-Zeit geboren und ist 458 Jahre alt. Sie ist der Herbstengel und beherrscht die Erde. Somit bin ich die jüngste. Und was bleibt natürlich übrig? Der Sommerengel, mit dem Element Feuer.“ endete ich mit meinen Erzählungen und schaute ihn an. „Ich weiß, dass klingt bestimmt alles immer noch sehr unglaubwürdig für dich, aber vertrau mir bitte.“ „Ja das schon, dass ist alles sehr verwirrend. Aber das eben mit dir, der Rauch, das war kein Fake. Also muss da ja was Wahres dran liegen.“ Antwortete er mir. „Was passiert genau beim Engelrat? Wie kriegen wir unsere Kräfte?“ Fragte er. „Ehrlich gesagt, das weiß ich gar nicht. Ich hab ein wenig Angst davor, weil ich eben nicht weiß was passiert. Was ist wenn du Schlussendlich doch die falsche Wahl bist? Doch auf der anderen Seite bin ich mir 100% sicher, dass du es sein musst. Ach, ich sollte mir darum nicht so einen Kopf machen und sehen wie es kommt. Tut mir Leid das ich dir darüber so wenig Auskunft geben kann.“ Meinte ich entschuldigend. „Wie du schon sagst, wir werden sehen.“ Meinte er und stupste mich mit seiner Schulter, leicht an meine. Wir grinsten uns an und gingen zurück zum Lagerfeuer, wo Takaya mehr und mehr allein gelassen wurde und nun mit Hoffnung zu uns aufsah.
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Yuuka


Ich schleppte Mei, am Handgelenk, mit mir und wir fanden einen leeren Baumstamm, nah genug am Feuer damit uns nicht kalt wurde und setzten uns darauf. „Okay, du wirst mir das sicher eh als einzige abkaufen, so leicht gläubig wie du bist und wirst dies auch sicher nicht weiter erzählen.“ Erklärte ich und holte tief Luft. „Wirklich alles okay?“ fragte sie und schaute mich besorgt an. „Keine Ahnung, vielleicht hab ich ein paar Probleme. Also, ich erzähl dir jetzt bestimmt den größten scheiß den du jemals gehört hast. Dieser Kai gerade, der ist—„ ich überlegte wie ich mich äußern sollte. „—nicht gerade normal. Der—„ diesmal unterbrach ich mich nicht selbst sondern Mei. „Er hat dir doch was getan!!! Na warte! Der bekommt Ärger!“ und schon stand sie auch auf um ihn auf zu suchen. „Nein!“ ich hielt ihre Hand fest und zog sie auf dem Platz, neben mir, zurück.

„Das was du dir vielleicht in deinem kleinen Kopf zusammenspinnst ist es nicht. Gott wie erklär ich bloß. Er ist nicht normal, er hat komische Kräfte. Er kann den Wind lenken, ich schwör´s. Ich wollte gerade gehen, weil ich mich verarscht fühlte und der Wind hat mich zurück zu ihm geweht. Und was er alles geredet hat. Alter, irgendwas von Zeitengeln und Engelsflügel. Das ich ja sein Auserwählter Engelsflügel wäre und, wie hatte er sich ausgedrückt? Ich würde das Element Wind am besten symbolisieren. Keine Ahnung was der meint, ist für mich alles ein riesiger großer Schwachsinn. Aber der Wind! Ich fand das nicht normal! Deshalb werde ich wohl nochmal mit ihm reden, wäre nur toll wenn du dabei wärst. Der ist mir ein wenig unheimlich. Das würdest du doch tun, oder Mei?“ fragte ich sie, war mir allerdings sicher, dass sie zusagte. „Natürlich Yuuka!!! Aber eigentlich wäre das doch voll cool mit diesen Engeldingern. Was hat er noch so alles erzählt?“ fragte sie und ihren Augen wurden riesen groß vor Neugier. //Ich sag ja, leichtgläubig wie sonst was.// dachte ich mir und verdrehte die Augen. „Ach er erzählte noch irgendwas von seiner Geburt, das ein Engel, sein Vater und seine Mutter, eine Elementpriesterin, ihn zusammen gezeugt haben und er deshalb diese Kräfte hat.

Dann irgendwas von einem Feind Namens, uhm, wie hieß der? Tilk, Tolk? Jedenfalls irgendwas mit T, der die Tsumitsukai anführt und die haben angeblich einen Jahresengel entführt und nun ist das Gleichgewicht zwischen Gut und Böse im Eimer.“ Erklärte ich. Meis Augen begangen zu funkeln, man konnte ihr die Begeisterung nur zu gut in den Augen ablesen. „Mei, das glaubst du doch wohl nicht wirklich, oder?“ ich schaute sie irritiert an, den mit den genaueren Infos hätte ich gedacht, dass sie es ebenfalls nur für ein Märchen halten würde. „Aber wieso den? Das klingt doch voll nach einem spannenden Abenteuer! Wie cool!!! Wann möchtest du nochmal mit ihm reden?? Du musst mich unbedingt mitnehmen, vielleicht setzt er dann wieder seine Kräfte ein!“ wenn ihre Augen die eines Autos wären, wäre ich wohl schon längst erblindet, soviel strahlten ihre grünen Augen an Begeisterung, Neugier und Freude aus. //Ach du scheiße, da hab ich ja was angestellt. Aber sie wird irgendwann wieder auf den Boden der Realität ankommen, so wie meine Mutter immer so gerne sagt!“ äffte ich in Gedanken meine Mutter nach. „Okay, keine Panik, ich werde dich schon mitnehmen, alleine hab ich auf den Typen kein Bock. Vielleicht werd ich ihn Morgen drauf ansprechen. Und jetzt, Schluss damit “ Erklärte ich und beendete damit das Thema.
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Nerio


Ich ging auf Nami zu, die gerade noch mit zwei Kindern gesprochen hatte, die jetzt fröhlich winkend wieder davonliefen. „Nami“ Als sie meine Stimme hörte versteifte sie sich. „Du musst nun wirklich bald deinen Partner wählen, die Zeit wird knapp.“ Langsam drehte sie sich zu mir um, sie sah mir in die Augen, für einen Moment jedenfalls, dann drehte sie den Kopf weg und rieb sich den Arm. „Ich weiß, ich werde ja auch, ich habe nur noch nicht die richtige Person gefunden.“

Ich wusste das es keine Lüge wahr was sie mir sagte, aber es war auch nicht die ganze Wahrheit, „Und das Mädchen, das du im Auge hast?“ Wieder sah sie mir in die Augen, diese zeugten von Schuldbewusstsein. Dann seufzte Nami. „Ist ja gut, ich überleg‘s mir.“ „Nami“ ermahnte ich sie, mit ihrem Namen „Uns läuft die Zeit davon.“ „Ist ja gut!“ fauchte sie mich an und stapfte davon. Ich sah ihr hinterher, ich erreicht was ich gewollt hatte, und das ihre Laune jetzt hinüber war, war nun mal nicht zu vermeiden gewesen. Nun musste ich nur noch meinen zukünftigen Engelsflügel ebenfalls ansprechen.

Ich blickte mich um, ich brauchte nicht lang, um Takaya zu finden. Er saß an einem Lagerfeuer, umringt von ein paar anderen, Hiko saß in der Nähe und passte auf die Gruppe auf, genauso wie Enya, die nun aber einen guten Ausdruck in den Augen hatte und immer wieder zu Ray sah, den sie im Auge gehabt hatte. Das hatte also schon mal funktioniert, ein Problem weniger. Mit gemächlichen Schritten kam ich näher, und blieb dann neben Takaya stehen. „Alles Gute zum Geburtstag.“ Wünschte ich ihm, und er drehte sich überrascht um. „Oh, danke.“ Meinte er und grinste leicht verlegen. „Tut mir Leid wenn ich stören sollte.“ Meinte ich dann. „Aber es wäre lieb, wenn wir vielleicht kurz reden könnten, unter zwei Augen.“ Damit hatte Takaya nicht gerechnet, deshalb musste er erst ein paarmal Blinzeln, bis er begriffen hatte, um was ich ihn bat. „Oh klar warum nicht.“ Antwortete er und stand, nachdem er sich kurz von seinen Freunden verabschiedet hatte, auf um mir zu folgen.

Ich war bereits langsam losgelaufen und stoppte erst, als wir außer Hörweite waren. Soweit, dass selbst wenn Takaya rufen sollte, die anderen nicht verstehen würden was er rief. „Kennst du Geschichten von Dämonen?“ Takaya konnte sich keinen Reim auf mein Verhalten machen, das sah ich in seinen Augen, doch er zuckte nur mit den Schultern, „Klar, wieso?“ „Und von Engeln?“ „Ja, worauf wollen Sie hinaus?“ „Du kannst mich Nerio nennen, du musst nicht förmlich sein.“ Ich setzte mich hin und auch Takaya schien wohl nicht stehen bleiben zu wollen. „Was weißt du den über Engel und Dämonen?“

„Also gut, Engel sind geflügelte Wesen, in weißen Gewändern, die singen. Angeblich beschützen sie uns auch, zum Beispiel vor Autounfällen. Oh, und sie haben so einen Leuchtkreis über’m Kopf. Dämonen, dass sind Monster mit Hörnern und komischem Schwanz, die Menschen angreifen. Ja so circa das weiß ich über sie.“ „Engel tragen schon lange keine Gewänder mehr, wir singen auch nicht mehr als normale Menschen, haben keine Heiligenscheine überm Kopf, wir beschützen die Menschen zwar nicht vor Autounfällen, dafür aber vor den Dämonen, und nur wenige von uns haben tatsächlich Flügel.“ Meinte ich sachlich. „Kommen sie auf dem Punkt. Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erklären, sie wären ein Engel.“ Fragte Takaya zweifelnd, wobei er das „Du“ nicht verwendete, welches ich ihm angeboten hatte. „Ich bin ein Engel, genauso wie die anderen sieben, die dieses Camp hier leiten.“

„Schon klar.“ Erwiderte Takaya sarkastisch. „Und Schweine können fliegen.“ „Dämonen wiederrum sehen leider auch zumeist nicht aus wie Monster, manche von ihnen haben zwar eine zweite Form, bei der sie furchterregender sind, aber größtenteils sehen auch sie aus wie normale Menschen, allerdings greifen sie euch wirklich an.“ Erklärte ich fertig. „Wissen Sie eigentlich was Sie da sagen.“ Fragte Takaya, offenbar zweifelte er an meiner Zurechnungsfähigkeit. „Ich kann verstehen, dass du das nicht so einfach akzeptieren kannst, schließlich bist du aufgewachsen mit dem Wissen, dass dies alles nur Märchen sind, aber vertrau mir es sind keine Märchen, es gibt sie wirklich. Und wir Engel brauchen nun Hilfe von euch Menschen, deshalb habe ich dich ausgewählt, du sollst einer von vier Menschen sein, die uns helfen, euch vor den Dämonen zu beschützen.“ Meine Stimme war ruhig, und kühl, Takaya hingegen war während meiner letzten Erklärung aufgestanden und tigerte nun vor mir auf und ab.

„Moment mal, was hat das plötzlich mit mir zu tun und warum gerade vier Menschen.“ Hackte Takaya nach. „Vier, weil Enya, Nami, Kai und ich einen Auftrag erhalten haben, den wir nur mit Hilfe bewältigen können. Und du bist der, den ich dafür ausgesucht habe mein Partner zu sein.“ Erklärte ich es ihm. „Habe ich darin auch noch irgendwo das Recht zu entscheiden, oder nehmt ihr mir das und kidnappt mich?“ Fragte Takaya gereizt und blieb vor mir stehen, wobei er um seine Worte zu unterstreichen mit seinen Fingern auf sich selbst zeigte. „Nein, natürlich hast du die Wahl, wenn du nicht möchtest musst du nicht, aber—“ Takaya unterbrach mich mitten in meinem Satz „Das ist gut, denn ich will damit nichts zu tun haben! Ich will einfach nur meinen Geburtstag feiern und nochmal Fußball spielen. Und nicht auf irgendwelchen Dämonen rum hauen.“ Als ich den Mund aufmachte, um noch etwas zu sagen hob er den Finger und ich stoppte. „Ich will es gar nicht erst hören, was auch immer Sie sagen wollen ich will nichts damit zu tun haben. Ich gehe jetzt und ich erwarte, dass Sie mich ohne Widerworte gehen lassen.“ Takaya drehte sich um und ging.
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Takaya


Dieser Nerio hatte sie doch wirklich nicht mehr alle, dessen war ich mir sicher. Zuerst lief ich nur, doch nach einer Weile fing ich an zu rennen, lies mir den Wind ins Gesicht knallen, um mich abzureagieren. Ich wollte nicht zu irgendeiner Sekte dazu, die an Engel und Dämonen glaubt. Als ich schließlich eine weile gerannt war, und nach Atem rang, fand ich ein größeres Gebüsch und sprang, aus reinem Frust, hinein. Noch aufgeregt warf ich einen Blick zurück, doch dort war niemand zu sehen. //Ok, zumindest verfolgt er mich wirklich nicht. // Als ich mich nun beruhigt hatte, sah ich mich um.

Ich war umgeben von grünen Blättern und braunen Ästen, ein Stückchen weiter war ein verlassenes Spinnennetz, ich lies mich davon aber nicht stören. Als ich aus meinem Gebüsch heraus sah, entdeckte ich an einem Baum ein Eichhörnchen. An dem kleinen Ding blieben meine Augen hängen, bis ich eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm, und hinübersah. Dort stand das einzige Wesen, für das ich glauben würde, dass es Engel gibt. Und neben Mei stand Nami, der Ausdruck auf ihrem Gesicht war merkwürdig. Ich kroch näher, weil ich näher bei Mei sein wollte, aber auch weil ich wissen wollte, was die beiden zu bereden hatten. Es konnte ja wohl kein Zufall sein, wo Nerio doch gerade erst so ein merkwürdiges Gespräch mit mir gehabt hatte.
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Nami


Nachdem ich von Nerio eine kleine Art Standpauke abbekommen hatte, dass ich doch endlich meinen Partner fragen soll, lief ich ums Lagerfeuer herum um Mei zu suchen. „Wo ist sie denn bloß hin? Nerio ging mir eben schon genug auf den Keks, da brauch ich nicht noch eine zweite Belehrung.“ Meine Augen huschten weiterhin suchend, durch die Menge, allerdings wurde mir das Suchen nun erspart denn jemand lief mir in den Rücken und prallte dann zu Boden zurück. „Aua, tut mir leid, ich habe nicht auf vorne geachtet.“ Erklärte sich Meis Stimme entschuldigend. Ich drehte mich zu ihr um und streckte ihr meine Hand entgegen, um ihr aufzuhelfen. „Kein Problem, ist ja nichts passiert. Ich brauch dich übrigens sowieso mal eben.“ Erklärte ich und zog sie an der Hand, die sie mir bot um sich aufhelfen zu lassen, von den anderen weg, um in Ruhe reden zu können. „Hm? Wofür brauchst du meine Hilfe?“ fragte sie mich.

„Wirst du schon sehen“ ich zog sie weiterhin einfach hinter mir her, bis wir einen flachen Gipfel erreichten der mit Blumen und Gras vollgesprenkelt war. „Wow!!! So ein schöner Ort! Wie toll!“ Mei ließ meine Hand los und rannte auf die Wiese zu und drehte sich auf der Stelle, bis sie plötzlich, während eines Augenblinzelns meinerseits, aus der Bildfläche verschwand. „Mei!!“ ich rannte zu der Stelle, wo ich sie aus den Augen verlor und blickte ins Gras. „Hihi eh. Es tut mir leid, ich bin gestolpert.“ Sie lag vor mir, ausgestreckt im Gras und stützte sich gerade mit den Armen auf. „Du bist wirklich der größte Tollpatsch den ich bisher je gesehen habe“ meinte ich kopfschüttelnd, setzte mich ihr gegenüber ins Gras und wurde nun ernst. „Und ich habe wirklich viele, sehr viele Menschen kennengelernt.“

„Bist du also doch eine Prinzessin? Wenn du so viele Menschen kennst, musst du doch bestimmt viel rumgekommen sein?!“ fragte sie mich und ihre Augen begannen zu leuchten. „Eh-“ ich fühlte mich, mit der Frage, ein wenig überrumpelt, denn zum Teil stimmte es. Ich war eine Prinzessin, nur nicht vom Blut her, da mich der derzeitige Kaiser, der Familie Toshiko adoptiert hatte. „Ja, ich bin so gesehen eine Prinzessin, aber deswegen kenne ich noch lange nicht so viele Menschen. Das hat einen anderen Grund.“ Erklärte ich. „Ich wusste es, ich wusste es!!! Du siehst aus wie eine Prinzessin, gleich als ich dich das erste Mal sah, da dachte ich sofort daran! Was ist der andere Grund?!“ sie schaute mich mit einer Mischung aus Freude und Neugier an. Ich überlegte wie ich es erklären sollte, ohne dass sie sich reingelegt fühlte.

Ich strich mir mein Pony nach hinten, womit ich nun bestimmt komisch aussah, allerdings war es mir dieses eine Mal egal wie ich aussah. „Dein Haar!“ sie kniete sich vor mir hin und sortierte mein Haar, während sie mir mit einem Lächeln ins Gesicht sah. Wieder trat aus ihren Augen eine Wärme und Freundlichkeit aus, die ich bei anderen nur zu selten wahrnehmen konnte. Ich schüttelte sanft den Kopf, um wieder zum Thema zukommen und dadurch legten sich die restlichen Haare von selbst. „Danke. Also, wie beginne ich? Vorab, bitte fühl dich gleich nicht verarscht. Meinetwegen versuch ich es dir zu beweisen, auch wenn es ab einem bestimmten Grad für mich gefährlich wird.“ Sie setzte sich wieder brav hin und schaute mich gebannt an, als würde ich gleich eine super spannende Geschichte erzählen. Spannend wäre es vielleicht, wenn ich alles erzählen würde, aber ich wollte schnell zum Punkt kommen, zumal dies ja keine Fantasy Geschichte ist, sondern die Realität.

„Okay, also ich bin ein Engel! Nicht so wie du es kennst, mit Flügel und so nem Heiligschein. Wir sind menschliche Engel mit elementarischen Kräften. Wind, Feuer, Erde und Wasser. Und nun ja, wir haben so einige Probleme mit unseren Feinden da viele andere Dinge dazwischen kamen. Deshalb brauchen wir vier Menschen. Also naja-„ ich wurde unterbrochen ehe ich überhaupt zum Thema des Alters kam oder anderem. „Und ich bin deine Auswahl?! Wirklich?! Das wäre so toll, dann könnte ich mit euch, diesem Tolk mal Manieren zeigen!“ sie streckte ihren Arm hoch und bildete ihre Hand zu einer Faust. Ich war perplex, mit so einer Reaktion hatte ich überhaupt nicht gerechnet. War sie vielleicht nicht nur tollpatschig, sondern auch noch naiv?! Gut stören soll es mich ja nicht, somit macht es mir das ganze ein wenig leichter. Allerdings wusste ich nicht was sie mit „Tolk“ meinte!

„Tolk? Wer ist das denn?“ „Tolk, dieser böse halt.“ „Du meinst wenn dann Tylsim, oder? Egal, das Wichtigste ist, du glaubst mir?“ „Natürlich glaub ich dir!!! Zudem kam Yuuka eben von Kai zurück, der sie gefragt hatte. Ich fand das voll cool was sie mir erzählte, er beherrscht den Wind oder??“ sie blickte mich mit voller Neugier an und näherte sich meinem Gesicht, weshalb ich mich ein wenig nach hinten neigte. „Ja, sein Element ist der Wind.“ „Und dein Element?!“ „Die Erde…“ obwohl es wohl Kai zu verdanken war, dass sie mir gleich alles glaubte, war ich immer noch verwundert, dass es so leicht ging. „Er konnte mit einer Windböen Yuuka wieder zu sich zurückholen, was kannst du???“ fragte sie aufgeregt.

Ich lächelte sie sanft an, es war doch irgendwie süß, wie sie reagierte. Um mich herum nahm ich eine Blüte wahr die noch nicht erblüht war, ich berührte sie behutsam und in diesem Moment öffnete sie sich langsam. Ich hörte Mei die Luft einsaugen. „Ich weiß, es ist nichts Besonderes womit man jemanden zu sich befördern kann, oder sich schützen könnte, aber mehr kann ich mir nicht erlauben. Uns fehlen halt, durch die Probleme die aufgetaucht sind, die Kräfte, um größeres zu vollbringen.“ Ich schaute entschuldigen zu ihr, doch sie schüttelte wieder nur wild ihren Kopf, sodass ihre wunderschönen Locken auf und absprangen.

„Ich find diese Fähigkeit wunderschön. Aber wie werde ich dir eigentlich hilfreich sein?“ fragte sie und ihre Augen weiteten sich. „Ich bin nicht besonders hilfreich, du siehst wie oft ich mich lang lege.“ Sie schaute beschämt zu Boden. Ich hob ihr Kinn an und lächelte sie nur an. Ich wusste nicht warum, sie war tollpatschig, was andere vielleicht als nervend empfanden, aber ich fühlte den leichten Beginn eines Beschützerinstinktes in mir aufkeimen, dabei war sie doch so gesehen mein Guardian? Ich musste lachen und sie schaute mich irritiert an. „Tut mir leid, es ist alles okay. Nachdem wir beim Engelsrat waren, um euch wohl die jeweiligen Elements Kräfte zu geben, werdet ihr einem Training unterzogen um mit dem Element, mit Waffen und anderem auskommen zu können.“

„Ahhh, und wer gehört noch alles zu euch? Und wer sind, neben Yuuka und mir, die anderen 2 Auserwählten?“ „Von Kai, dem Windengel weißt du ja nun durch Yuuka. Dann gibt es noch Enya, den Feuerengel und Nerio den Wasserengel. Wen die beiden gewählt haben weiß ich allerdings nicht sicher, das wirst du ja dann noch sehen. Ich denke das reicht jetzt erstmal.“ Mehr, wieso wir genau ihre Hilfe brauchten, was Tylsim plante und genauere Infos über uns Zeitengel, wollte ich erstmal nicht erzählen.

Es würde nur zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Sie würde so oder so an die Infos rankommen. Mei nickte mir zu und ich war zufrieden. „Morgen beginnen wir mit allem. Ich kann dir allerdings nicht erzählen, was dich beim Engelsrat erwarten wird. Wir hatten sowas noch nie nötig gehabt und haben daher keine Ahnung. Auch weiß ich nicht wie es nach dem Training aussehen wird.

Es kann sehr gefährlich werden! Willst du trotzdem meine Partnerin werden?“ fragte ich, um nochmal sicher zu gehen. „Natürlich! Ich werde dich so gut es geht unterstützen! Einer hübschen jungen Prinzessin darf nichts passieren!“ Jung, so jung bin ich nicht mehr, doch auch darüber wollte ich ein andermal mit ihr reden und deshalb lächelte ich sie nur an. „Gehen wir wieder zu den anderen.“ Ich ging mit ihr den Weg zur Feier zurück.
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Takaya


Ich lauschte angestrengt mit, was eigentlich unnötig war, denn dank der Stille, konnte man alles gut hören. Trotzdem wollte ich sicher gehen, um kein Wort zu verpassen. Als Nami und Mei zurückgingen, versteckte ich mich hinter dem Busch und überlegte nochmal, um alles in meinem Kopf zu verarbeiten. Nerio hatte mich wohl doch nicht angelogen. Ausnahme wäre, wenn uns die vom Camp allgemein verarschen wollten. Vielleicht war ich einfach nur zu stur, um das alles für voll zuhalten? Aber das Ganze ist doch total krass und unnormal, oder bin ich unnormal? Ich zerzauste mir das Haar und überlegte was ich machen sollte.

„Immerhin ist Mei dabei, ein Grund mehr mich um zu entscheiden. Und wer soll sie trösten, wenn sich dann vielleicht doch herausstellt, dass sie uns eh nur verarschen?? Wenn Mei dabei ist, bin ich es auch, so!“ ich rappelte mich auf, strich die Blätter und den Dreck von meinen Klamotten und machte mich dann, auf die Suche nach Nerio. Ich kam beim Lagerfeuer an und mir wurde beim vorbei gehen hier und da gratuliert. Ich nickte nur dankend, aber meine Augen huschten, weiter suchend, durch die Menge, bis ich Ray und Enya sah.

Hatte sie dann etwa Ray ausgewählt? Wäre ja super. „Enya? Hast du Nerio gesehen?“ fragte ich sie und sie grinste mich daraufhin nur an. „Hast du dir deine Meinung überdacht? Er ist Richtung Baumhäuser gelaufen. Man sieht es ihm vielleicht nicht an, aber er ist am verzweifeln, weil er sich ziemlich sicher ist, was deine Auswahl betrifft.“ Flüsterte sie mir zu. „Danke!“ ich rannte Richtung Baumhäuser und fand ihn dann auch dort. „Nerio!!“ Ich, ich nehme dein Angebot doch an! Das heißt jetzt aber nicht, dass ich diesen ganzen Mist glaube! Ich bin nur neugierig und dabei weil Mei dabei ist!“ erklärte ich mich. Nerio blickte zu mir und nickte dann nur.

„In Ordnung.“ Ich schaute ihn irritiert an. Ich hatte mit Fragen gerechnet doch Nerio drehte sich nur wieder um und blickte stumm zum Himmel hoch. „Ja, dann, ich geh dann mal zurück zum Lagerfeuer. Bis, morgen?“ fragte ich unsicher und er hob nur winkend die Hand, welche ich für meine kompletten Fragen als Ja verstand. //Was für ein komischer Kerl, eben war er noch so redegewandt und jetzt ist er total still und wortkarg. Hm, was soll‘s, Hauptsache es ist geklärt und ich kann näher bei Mei sein!// zufrieden ging ich zurück zum Lagerfeuer und setzte mich, für die restlichen paar Minuten, die die Veranstaltung noch ging, zu meinem Kreis.
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